Die Kliniksuche – für Krankenhausphobiker

Ich hasse Krankenhäuser. Abgrundtief. Und damit übertreibe ich nicht. Von mir wird grundsätzlich niemand im Krankenhaus besucht und die zwei Male die ich im Krankenhaus bleiben sollte wegen Kleinigkeiten. Ich bin abgehauen.
Aber wo entbindet man, wenn man schon Schweißausbrüche bekommt, wenn man nur in die Nähe eines Krankenhauses kommt?
Meine Lösung: Geburtshaus!
Wenn du nicht weißt was das ist…. Es ist eine Art Hebammenpraxis mit Räumen zum gebären. Ohne Ärzte. Ohne Krankenhausfeeling.
Also habe ich mich auf die Suche begeben.
Bei mir im Umkreis… Essen, Wuppertal, Düsseldorf. Alle abtelefoniert, als ich in der 18. Woche war. Alle für November ausgebucht.
Eine Hausgeburt ist auch nichts für mich
Mein Umfeld war von dieser Idee ohnehin nicht begeistert und ich solle mich nicht so anstellen. Doch. Schon.
Auch oft bekam ich ein „Wenns dann soweit ist, ist es dir eh egal“.
Nein. Ist es mir nicht. Wenn ich mich nicht wohl fühle, entwickle ich ungeahnte Kräfte :D.
Dann wieder von vorne…
Das Krankenhaus in meiner Stadt hat eigentlich einen recht guten Ruf. Allerdings habe ich so viele negative Assoziationen mit diesem Krankenhaus, dass ich da einfach kein Kind bekommen möchte.
Noch dazu kommt, dass ich eine Klinik möchte, die das Stillen unterstützt und keine Schnuller zulässt. Da bin ich dann auf die „Babyfreundlich“ Zertifizierung gestoßen. (Habe es mal verlinkt, falls du mehr wissen möchtest)
Kliniken mit dieser Zertifizierung unterstützen das Stillen und das Bonding nach der Geburt. Klang also ganz gut. In Düsseldorf habe ich auch so eine Klinik gefunden. Mir ging es nur noch drum, wie ich mich beim Anblick der Kreißsäle fühle…
Beim Infoabend der Klinik waren unglaublich viele Leute. Ich hatte schon Angst dass wir, so als Tätowierte „Asis“ etwas auffallen. Aber zum Glück waren so viele Menschen da, dass das glaube ich nicht weiter auffiel.
Die Ausführungen des Oberarztes und der Hebammenleitung haben mir gefallen. Die Klinik rutschte also in die engere Auswahl.
Danach sollte noch eine Kreißsaalführung stattfinden. Allerdings habe ich ja grundsätzlich Pech. Das Pech an diesem Abend war, dass alle Kreißsäle belegt waren und man nichts anschauen konnte. Nun ja.
Ich habe mir dann noch 2 weitere Kliniken (ohne die Zertifizierung) alleine angeschaut. Die Infoabende waren immer zu Uhrzeiten, wo mein Freund noch arbeitet… Alleine bei sowas fühlt man sich besonders blöd. Aber es ging dann eben nicht anders.
Es hat mir aber nichts gefallen und ich bin wieder zu unserer ersten Auswahl zurück.
In der oben genannten Düsseldorfer Klinik habe ich mich dann letzte Woche angemeldet und konnte mir noch die Räumlichkeiten anschauen…
Es könnte schöner sein. Aber auch weitaus schlimmer. Die Bäder sind ganz schön. Und es gibt keinen orangen Kreißsaal. Ich habe eine absolute „Orange-Sperre“. Sobald ich in orangen Räumen bin, werde ich wütend. Deshalb war das wichtig :D.
Das Anmeldegespräch mit der Hebamme war … eher so naja. Sie war ganz okay. Allerdings hat sie auf manche meiner Fragen und Wünsche doch recht schnippisch reagiert…
Ich habe einen sehr detaillierten Geburtsplan mitgebracht (auf den gehe ich nochmal genauer ein). Manche Punkte haben ihr so garnicht gefallen und ich durfte mir zum Punkt „keinen Standardmäßigen Zugang legen“ ein „Sie haben so viele Knöppe im Gesicht, da wird ihnen doch so ein Zugang nichts ausmachen“ anhören…. Das fand ich recht unverschämt. Auch auf meine Frage zu den Schmerzen und den Maßnahmen der Schmerzlinderung wurde auf meine Tattoos gedeutet und  ich bekam ein „Wenn Sie das geschafft haben, dann schaffen Sie auch so ne Geburt“.
Naja. Da die Klinik sonst sehr meinen Vorstellungen entspricht, habe ich dieses Verhalten einfach so hingenommen.
Ich habe ja ohnehin keine andere mehr in der engeren Auswahl gehabt :D.
Jetzt haben wir hier einen riesen Ordner mit Unterlagen und einen Geburtsplan den wir noch überarbeiten sollen… das sollte dann in den nächsten Wochen geschehen.
Und wenn die mich in der Klinik nicht machen lassen, was ich will, habe ich schon angekündigt mich kommentarlos ins Bad einzuschließen, bis das Baby da ist.
Ich hoffe dazu muss es nicht kommen.
Wenn die Geburt dann durch ist, erzähle ich auch noch, wie es denn dann wirklich gelaufen ist!
In diesem Sinne, Danke fürs Lesen.
Deine Mi

4 Gedanken zu „Die Kliniksuche – für Krankenhausphobiker

  1. Céline sagt:

    spannend, deine berichte..mir war nicht bekannt, dass nicht alle kliniken das stillen unterstützen. aus welchem Grund willst du keinen Schnuller? und was ist mit „keinen Standardmäßigen Zugang legen“ gemeint?

    • Mi Santhropy sagt:

      Über die Schnuller Problematik schreibe ich noch ausführlich :). Grob gehts einfach darum, dass Schnuller ja nur „Mutter Ersatz“ zur Beruhigung sind. Und das muss nicht sein :).
      Mit dem Zugang ist ein Venen Zugang gemeint. Den legen die bei Ankunft meist schon um dann bei Bedarf irgendwas in die Vene geben können, ohne dass erst der Zugang gelegt werden muss.
      Finde es auch erschreckend, dass so wenig Kliniken wirklich darauf geschult sind, wie man das Stillen unterstützen kann…
      Und danke für das Lob 🙂

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