Geburtsvorbereitungskurs. Hilfe.

Ich hab nicht nur Angst vor Krankenhäusern. Ich habe auch Angst vor fremden Menschen.
Deshalb war der Entschluss einen Geburtsvorbereitungskurs zu machen, schon von Zweifeln begleitet.
Nach längerem hin und her überlegen haben der Freund und ich dann aber beschlossen, dass wir das zusammen machen. Aufgrund seiner Arbeitszeiten haben wir uns für einen Wochenendkurs entschieden.
Dann hat er etwas mehr Einblick. Und ich fühle mich nicht so alleine.
Dieses Wochenende war es dann so weit!
Zwei mal 6 Stunden Geburtsvorbereitung!
Nachdem wir uns Samstag viel zu früh aus dem Bett gequält haben, gabs Kaffee und Brezel ans Bett. Also von mir, für ihn :D. Dann hieß es noch ein bisschen Auto fahren, ein bisschen Bahn fahren und ein bisschen laufen.
Den Kurs haben wir in einer Hebammenpraxis gemacht. Die Hebamme war auf Anhieb ganz nett und auch die anderen Teilnehmer waren angenehm normal.
Im Grunde waren es 7 nervöse Paare, die alle ihr erstes Kind bekommen. Zufälligerweise auch alle ein Mädchen.
Natürlich gab es das obligatorische Kennenlernspiel. Es war schrecklich (Kennenlernspiele sind immer schrecklich), aber ganz ok. Ich habe doch festgestellt, dass andere genauso unsicher sind, wie wir.
Es war auch vom Alter her schon „unsere Generation“, also sind wir alterstechnisch schon mal nicht aufgefallen. Tätowierte gab es auch. Allerdings waren wir das Paar mit dem größten Größenunterschied. Aber das war es auch schon an Auffälligkeiten.
Der Samstag war recht zäh und theoretisch. Aber informativ.
Schön war, als die Hebamme an jedem Bauch jedem Papa gezeigt hat, wie er im Bauch mit dem Baby agieren kann.
Am Ende wurde noch einen Film gezeigt, in dem man sich schonungslos Geburten anschauen konnte. Naja. Ich habe die Autos im Parkhaus gegenüber gezählt, damit ich nicht losheule vor Angst :D. Ja. Man hat alles gesehen und gehört. (Es war natürlich nicht verpflichtend, mitzuschauen!)
Der Freund war allerdings nicht so begeistert von meinem „dieses Kind bleibt in diesem Bauch“, als wir dann auf dem Nachhauseweg noch etwas darüber gesprochen haben.
Gut. Also muss es wohl doch raus. Wird schon klappen.
Heute früh wurde ich dann recht unsanft von 3 Wadenkrämpfen geweckt. Zum ersten Mal in dieser Schwangerschaft. Brauche ich auch nicht nochmal. Zumal dieses leicht verkrampfte immernoch anhält. Hat mich dann heute bei Anreise und Co. etwas behindert, aber man gewöhnt sich an den Schmerz.
Im Kurs wurde es dann heute etwas praktischer. Atemübungen (kein Hecheln!), Entspannungsübungen und Geburtspositionen.
Es war schön. Und ungewohnt, so miteinander zu interagieren. Der Freund hat aber ganz wundervoll mitgemacht, war fürsorglich, liebevoll und hat mich wirklich überrascht. Er ist gut auf meine Wünsche eingegangen und hat mir auch toll gezeigt, dass er da ist und ich mich auf ihn verlassen kann.
Ich muss auch sagen, ich habe mich heute nochmal so richtig in ihn verliebt.
Auch weil er hin und wieder ein paar ultra dämliche Witze gemacht hat. Ich mag dämliche Witze.
Die Hebamme hat sich dann auch für jedes Paar Zeit genommen und besprochen, welche Geburtspositionen für einen infrage kommen  und diese dann mit uns geübt. Wir haben auch etwas gefunden, was für uns beide gut passt.
Das war nämlich eine echt große Herausforderung. Mit fast 40cm Größenunterschied, gab es nicht so viel, was für beide bequem ist.
Was es dann wirklich wird – wird im Kreißsaal entschieden.
Die Angst von gestern ist etwas gewichen. Vor allem aber, weil mir jetzt eher klar ist, dass ich nicht alleine bin und auf Unterstützung zählen kann.
Nach der Mittagspause gab es dann noch Informationen zum Stillen und fürs Wochenbett.
Alles in allem kann man sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat.
Ich habe zwar zeitweise ein paar mehr Ängste bekommen, aber vieles hat sich auch geklärt.
Die Hebamme hat wirklich in vielen Dingen mit meinen Vorstellungen und Wünschen übereingestimmt. Und uns auch immer ermutigt, während der Geburt auf unsere Wünsche zu bestehen.
Dem Freund hat sie glaube ich auch recht viele Ängste genommen, bzw. ihm ist jetzt vieles verständlicher geworden, was er einer Hebamme mehr glaubt, als seiner verrückten Freundin :D.
Aber der beste Aspekt an diesem Partnerkurs war wirklich, sich zusammen auf diese Situation einstellen zu können. Und gemeinsam dazuzulernen.
Jedenfalls bin ich jetzt total geschafft.
Ich habe auch das Gefühl, dass wir uns als Paar in den letzten 2 Tagen näher gekommen sind, bzw mehr und mehr zu Eltern geworden sind.
Ich gehe also glücklich, aber total fertig heute ins Bett.
Danke fürs Lesen
Deine Mi!

3 Gedanken zu „Geburtsvorbereitungskurs. Hilfe.

  1. Susanne sagt:

    Hey liebe Mi!
    Meine Entbindung ist nun 10 Monate her und natürlich hatte ich auch Schiss. Aber ich hoffe, dir deine Angst etwas nehmen zu können. Also: wenn es erst mal so weit ist, hast du gar keinen Kopp mehr um Angst zu haben. 😀
    Es ist körperlich eine krasse Erfahrung aber ich hab es mir schlimmer vorgestellt und nach ein paar Tagen ist das auch schon wieder vergessen.
    Zu einer entspannten Geburt hat bei mir beigetragen: eine Beleghebamme und ein Krankenhaus in dem ich zu Geburtshausbedingungen entbinden konnte. Das schafft schon eine intimere Atmosphäre.
    Mein Freund hat mich überraschend gut unterstützt und die Tage danach sind auch Männer hormonell bedingt wie Butter in der Sonne. XD Das ist so toll!
    Also: du schaffst das schon! 😉
    LG Susanne

    • MiniMi sagt:

      Dass du es dir schlimmer vorgestellt hast, beruhigt mich! 😀
      Geburtshausbedingungen klingt gut. Mein geburtsplan ist ja auch sehr ausführlich und Ich hoffe, dass Ich alles so durch bekomme.
      Beleghebamme habe Ich leider aufgrund der Entfernung keine bekommen können.
      Und Ich freue mich jetzt schon auf einen hormonell buttrigen Freund! 😛

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.