Schnuller? Nein danke.

Uns haben jetzt viele den Rat gegeben Clara einen Schnuller zu geben, wenn sie knatscht. Sowohl Freunde & Verwandte – als auch Hebamme, Kinderarzt und co. … 
Klar, auch Clara schreit Mal. Wenn sie ein Bedürfnis hat. Anders kann sie sich nun Mal nicht ausdrücken. Neben Hunger bzw. Durst gibt es aber auch einfach ein Saugbedürfnis. Manche Babys haben ein großes, manche nicht. 
„Dann kann sie sich in den Schlaf nuckeln und du musst nicht immer da sein“ – Äh. Will ich aber.
Aber was ist eigentlich ein Schnuller? Genau. Eine Imitation der Mutterbrust. Die Mutter wird durch den Schnuller ersetzt. Das Kind soll sich beruhigen, indem es sein Saugbedürfnis am Schnuller stillt, statt an der Mutter. Im Englischen ist die Bezeichnung deutlicher: Pacifier – „Beruhiger“.
Aber warum sollte ich meinem Kind etwas geben, was mich ersetzt?
Ich will hiermit keinem der Schnuller nutzt unterstellen, damit sein Kind nur ruhig zu stellen. Es gibt absolut nachvollziehbare Gründe, warum manche auf den Schnuller zurück greifen. Es gibt Situationen – wie zum Beispiel bei akutem Hunger im Auto – da denke ich ein Schnuller könnte die Zeit überbrücken, bis ich anhalten kann und ihr ihren „echten Schnuller“ geben kann. In der Zeit nuckelt sie dann nämlich kurz an meinem Finger und ist für ein paar Minuten zufrieden. Das ist aber während der Fahrt aber zu realisieren.
Manche werden bestimmt auch einfach nicht gut genug aufgeklärt und geben einen Schnuller, ohne das zu hinterfragen. Einfach weil man „das so macht“. Die Schnuller auf dem Bild hatten wir zum Beispiel in so einem Baby Begrüßungsset von dm. Man wird überall damit konfrontiert und nimmt es vielleicht einfach als selbstverständlich für Babys hin. Leider.
Für Kinder die nicht gestillt werden (warum auch immer), ist ein Schnuller auch sehr wichtig in meinen Augen. Das Saugbedürfnis ist nun Mal da.
Für Stillkinder kann ein Schnuller aber sogar „gefährlich“ werden und eine Saugverwirrung auslösen bzw begünstigen. Also das Baby saugt an der Brust nicht mehr so wie es soll, weil es beim Schnuller anders saugen muss. Und so kann es passieren, dass das Baby nicht mehr satt wird oder die Milch zurück geht und ähnliches. Und das ist dann meist der Anfang vom Ende der Stillzeit.
Mal ein kleiner Rückblick in meine Kindheit. Ich hatte ewig Schnuller. Und nicht nur einen, sondern teilweise gleich drei davon im Mund. Ich weiß es nicht genau, aber ich würde sagen bis 5/6 Jahre auf jeden Fall. Es war immer ein Drama. Ich konnte mich nicht vom Schnuller trennen. Mittlerweile weiß ich auch, dass ich so reagiert habe, weil der Schnuller mir als Baby einfach Halt vermittelt hat. Das Gefühl wollte ich natürlich nicht abgeben. Ich wurde zwar gestillt, aber darüber hinaus gab es eben den Schnuller, zum ruhig stellen…
Irgendwann hat meine Mutter meine Schnuller abgeschnitten. Ich weiß noch wie schlimm das für mich war. Und habe letztendlich wieder einen bekommen, weil es mir so schlecht ging deswegen. 
Also ihr merkt schon. Abgewöhnen ist meistens nicht grade leicht. Das ist auch eine der Situationen, die ich mir einfach gerne ersparen möchte. Was ich nicht angewöhne, muss ich nicht abgewöhnen.
Dazu kommt, dass durch das Geschnullere mein Kiefer hinüber war und ich eine Zahnspange brauchte. Zeitweise hatte ich so einen Schnuller mit einer Platte der die Zähne richten soll. Mundvorhofplatte hieß das hübsche Teil.
Natürlich bekommen nicht alle Kinder die einen Schnuller haben, Probleme mit dem Kiefer. Und natürlich gibt es auch genug Kinder ohne Schnuller, die Probleme und Zahnspange bekommen. Bei mir kam es aber ganz klar vom Schnuller. 
Ich höre öfter, dass ein Schnuller besser wäre als ein Daumen und deshalb der Schnuller angewöhnt wird, bevor das Baby dann „auf die Idee kommt“ den Daumen zu benutzen. Sehe ich nicht so. Erstmal ist überhaupt nicht gesagt, dass jedes Baby, das keinen Schnuller hat, irgendwann am Daumen nuckelt. Und selbst wenn, sobald das Kind spielt, braucht es seinen Daumen und kann zumindest tagsüber nicht nonstop mit dem Daumen im Mund rumlaufen, wie das manche Kinder mit dem Schnuller machen. Der kann halt einfach im Mund bleiben und man hat die Hände frei.
Manche setzen Schnuller „wie ein Medikament“ ein. Gut dosiert. In schlimmen Situationen. Da habe ich da vollstes Verständnis für. 
Laut dem artgerecht Buch lässt das starke Saugbedürfnis mit etwa 8 Monaten stetig nach. Was nicht heißt, dass der Wunsch nach „nuckeln“ nicht noch länger bestehen kann. 
Und wir haben jetzt über 4 Monate ohne Schnuller geschafft, also fangen wir da jetzt auch nicht mehr mit an ?. Im akuten Nuckel Notfall, lässt Clara sich auch mit dem Nuckeln am Finger beruhigen. Aber nur von Papa. Mamas Finger werden verschmäht. Sie weiß halt, dass ich auch ihre Brust dabei habe, die sie eigentlich wollte ?. 

Zuletzt noch ein kleiner, gesundheitlicher Aspekt. In einer Studie konnte in fast allen Schnullern die man hierzulande bekommt BPA nachweisen, vornehmlich in der Platte aber auch geringe Mengen im Sauger. BPA wirkt endokrin. Also hormonell. Ich meide wegen dem BPA Plastik Wasserflaschen etc, da ich bereits eine Hormonstörung habe (Wer weiß. Vielleicht kommt die sogar vom exzessivem Schnullern). Es wäre auch vollkommen konfus, wenn ich BPA für meine Gesundheit so weit wie möglich meide und es dann fröhlich meinem Baby in den Mund stecke ?.
Also auch hier wieder ein Risiko, welches ich durch Weglassen des Schnullers einfach eliminieren kann. Die Studie war 2009 vom BUND. Ich habe einen kleinen Artikel zu den Ergebnissen raus gesucht: Klick 
Seit 2011 ist BPA aufgrund der Studie in den Saugern zwar verboten, aber laut BUND immernoch in der Platte enthalten, wenn der Schnuller nicht als bpa frei ausgezeichnet ist.
Und das wichtigste… Ohne Schnuller sieht mein Baby einfach süßer aus ?. Es gibt Kinder von denen gibt es keine Baby Fotos ohne Schnuller. Das passiert uns nicht ?. 
Ich habe Clara ein paar Beißtiere gekauft und an „Schnullerketten“ befestigt. Damit muss sie sich aktuell zufrieden geben ?.
Bis zum nächsten Mal
Schnullerfreies Küsschen
Mi & Clara ?

Nachtrag:
Das ist ein Blogbeitrag auf meinem persönlichen Blog. Dieser beinhaltet nur die Art, wie wir es machen und warum wir(!) es so machen. Auch mit Erwähnung von persönlichen Erfahrungen. Dies ist keine Anleitung wie es alle machen müssen oder sollten und keine wissenschaftliche Abhandlung über das Thema. 

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