Warum hier erst mit 6 Monaten mit der Beikost gestartet wurde

Die aktuelle Empfehlung vom Dortmunder Institut für Kinderernährung lauten – Brei ab dem vierten Monat. Zur Allergieprävention. Das wird also auch von Kinderärzten und Hebammen empfohlen. 
Ich halte mich nicht an diese Empfehlung. Zum einen halte ich die Empfehlung der WHO – Weltgesundheitsorganisation – für „richtiger“. Die lautet frühestens ab dem sechsten Monat langsam mit Beikost anzufangen. Allerdings erst, wenn das Kind zeigt, dass es bereit dafür ist. Zum anderen, brauchen Babys keinen Brei. Aber dazu später.
Hier Mal die echten Zeichen für Beikostreife:

  • Alleine sitzen können (bzw mit leichter Unterstützung im unteren Rücken)
  • Kaubewegungen
  • Greifen
  • Verschwundener Zungenstoßreflex – also der Reflex alles wieder raus zu schieben, was in den Mund kommt
  • Kopf alleine halten können
  • Interesse am Essen der Familie

Und hier die, die von vielen fälschlicherweise für Reifezeichen​ gehalten werden:

  • Kind schaut Essen hinterher – eigentlich schaut das Baby allem hinterher
  • Weniger Schlaf bzw nächtliches Aufwachen (und das auf Hunger zurückführen) – ganz normal
  • Weniger Gewichtszunahme – die Babys nehmen irgendwann einfach nicht mehr so schnell zu wie im ersten halben Jahr
  • Schmatzen – Babys Schmatzen auch, wenn sie die Brust wollen
  • Vorhandene Zähne – nur weil Zähne da sind, müssen die noch längst nicht benutzt werden

Als wir bei der u5 waren wurde uns eindringlich gesagt, wir müssen unbedingt anfangen, dem Kind würde so viel entgehen und die Eisenspeicher wären garantiert absolut leer…
Es gibt zwar Studien, dass im vierten Lebensmonat gefüttertes sich Positiv auf die Allergieentwicklung auswirkt.. allerdings gibt es nun Mal auch genug Studien, die zeigen, dass ausschließlich Stillen in den ersten 6 Monaten sein sollte und der Darm vorher nicht​ bereit für etwas anderes als Milch ist. Allergieprävention hin oder her. Nur weil dem Kind im vierten Monat ein paar Allergene vorenthalten werden, wird es nicht zum hochallergischen Kind. Dann nehme ich lieber die vielen anderen Vorteile mit, die das ausschließliche Stillen hat.
Jedenfalls… Was gibt man denn, wenn keinen Brei?
BLW heißt das Ganze. Es ist ein Konzept von der englischen kinderschwester Gill Rapley.
BLW steht für Baby led weaning. Übersetzt so viel wie Baby geführtes entwöhnen. 
Im ersten Jahr gilt die Muttermilch als Hauptnahrungsquelle. Das muss auch unbedingt so bleiben, wenn man blw macht. Muttermilch ist außerdem viel nahrhafter, als jegliches Essen. Es gibt im englischen einen schönen Satz… „Food under one is just for fun“. Also Essen ist nur zum Spielen und Entdecken da. Und genau das passiert bei BLW. Man gibt dem Baby einfach das, was sie restliche Familie auch isst. Allerdings etwas angepasst aufs Baby. Ohne Salz. Wenig Zucker. Und am Anfang hilft es, so große Stücke anzubieten, dass es gegriffen werden kann. 
So war Claras erstes Frühstück letzte Woche ein Bananenpancake und Bananenstücke. Bei ihrem ersten Abendessen gab es Dinkel, Paprika, Mango und Currysahne.
Seitdem hat sie schon einiges verputzt. Bevorzugt greift sie zur Gurke haben wir festgestellt. Es gab aber auch schon Zucchini, Reibekuchen, Avocado, Nudeln, Brot und vieles mehr.

Ja. Es ist eine Sauerei. Nein, es ist nicht schlimm. Wir haben zum einen den Hund. Der frisst, was runter fliegt ?. Zum anderen ist der Aufwand zum sauber machen vielleicht 5 Minuten Arbeit. Das geht schon. Wenn man die Kinder machen lässt, lernen sie es in der Regel ganz schnell.
Genaueres zu BLW gibt es dann ein anderes Mal ?. Wir gehen jetzt frühstücken. 

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