Familienbett? Never!

Ich muss sagen, ich war immer der absolute Gegner vom Familienbett. Fan bin ich immer noch nicht. Zugegebenermaßen stört es mich auch immer noch zu sagen, dass wir im Familienbett schlafen. Das ist halt kein Konzept, für das ich durch und durch brenne. Ich mache es gerne, aus mehreren Gründen. Aber ich breche nicht in Begeisterung aus und gerate auch nicht ins schwärmen, wenn es darum geht, dass wir zusammen schlafen. Wir tun es trotzdem.
Folgendes war eigentlich immer mein Hauptpunkt gegen das Familienbett: Menschen die ich persönlich kenne, die lange bei ihren Eltern geschlafen haben, haben eigentlich alle die eine oder andere „Störung“, was Beziehungen und Bindung angeht…  
Allerdings muss man aber auch sagen, dass ich genug Menschen kenne, die nicht weniger „gestört sind“ – mich eingeschlossen – und das, ohne bei den Eltern geschlafen zu haben. Okay. Liegt dann vielleicht doch nicht daran. Möglich. 
Was ich auch so oft als Argument fürs Familienbett lese ist „Wer will schon alleine schlafen? Jeder kuschelt doch gerne!“
Da bekomme ich jedes Mal einen kleinen Anfall. Ich liebe alleine schlafen. Und ich kuschel nachts, wenn ich schlafen will auch nicht gerne. Klar kuschel ich auch Mal gern. Aber nachts können alle getrost von mir weg bleiben ?. Und ich vermisse es unendlich alleine zu schlafen. Wirklich.
Jetzt ist es aber so, dass ich nun Mal ein Baby habe. Und so ein Baby ist es aus dem Bauch gewohnt bei Mama zu sein. Und braucht es auch einfach bei Mama zu sein. Nähe. Die Sicherheit, dass jemand da ist, vor allem nachts. Wenn ich Clara abends in den Schlaf stille und dann wieder aus dem Bett gehe wird sie meist schon nach kurzer Zeit wach und weint. Und weiß nicht was los ist, weil Mama ist ja nicht da. Dann lässt sie sich auch nicht vom Papa beruhigen.
Und das ist nun Mal momentan wichtiger, als mein Bedürfnis alleine zu schlafen. Wenn ich es durchsetzen würde, alleine zu schlafen, müsste Clara darunter leiden. Kommt also momentan nicht infrage. Irgendwann kann ich bestimmt Mal wieder alleine schlafen. Klar ist mein Bedürfnis auch wichtig. Aber in dem Fall geht das Baby nun Mal vor. Manchmal geht Clara am Wochenende mit ihrem Papa spazieren und ich kann alleine im Bett liegen. Das reicht mir.

Und ganz im Ernst. Wenn ich so oft Aufstehen  und in ein anderes Zimmer gehen müsste, jedes Mal wenn Clara wach wird, käme ich ja nie zum Schlafen. Deshalb ist es auch einfach ein praktischer Aspekt. Und ich bin von Natur aus eher faul. Warum sollte ich also 3-8 Mal in der Nacht aufstehen um das Baby zu Stillen, wenn ich dabei auch einfach liegen bleiben kann? Genau. Ich wähle da das bequeme liegen bleiben. Ich habe immer gesagt „Ich hab kein Problem damit nachts aufzustehen“ und „lieber stehe ich nachts mehrfach auf, als mit dem Baby in einem Bett zu schlafen“… 
Es war gelogen. Niemals würde ich gerne nachts aufstehen. Meinen Respekt an alle Eltern die Minimum 5 Mal die Nacht Aufstehen und zum Kind gehen. Ich bin ja so schon oft gerädert morgens. Und ich bleibe nachts liegen ?. Wie man das überlebt ist mir schleierhaft.
Deshalb sage ich mit voller Überzeugung… Mein Kind schläft bei mir weil ich es hasse aufzustehen. ?
Das allgegenwärtige Argument gegen das Familienbett ist meist „man braucht doch auch Mal Zeit als Paar!“. Nun ja. Das Baby schläft halt im Bett. Das heißt nicht, dass es zwangsläufig an, auf oder zwischen uns schläft. 
Wenn Clara schläft, dann haben wir genug Zeit als Paar. Wir Netflixen im Bett. Essen heimlich. Lebkuchenherzen. Betrinken uns mit alkoholfreiem Bier. Kitzeln uns aus. Und das alles geht, wenn Clara schläft. Natürlich alles nicht auf voller Lautstärke. Aber das macht man ja auch nicht, wenn das Kind im Nebenzimmer schlafen würde. Und Clara schläft meistens auf ihrer Seite im Beistellbett. 
Also irgendwie ist alles was gegen das Familienbett spricht, gar nicht soo viel. Und es lässt sich alles irgendwie lösen. 
Die Vorteile sind halt echt immens. Mal ganz abgesehen davon dass ich nicht aufstehen muss, können wir uns ein Kinderzimmer momentan noch sparen. Zeit als Paar haben wir auch. Und hin und wieder ist es schon schön, zu kuscheln. 
Evolutionär gesehen, gehört es auch so. Das Baby schläft gut geschützt bei seinen Eltern. Sonst kommt noch irgendwann ein Säbelzahntiger um die Ecke.
In den meisten Kulturen ist es auch heutzutage noch vollkommen normal, bei seinem Baby zu schlafen. Nur bei uns Mal wieder nicht. Hier ein schöner Artikel dazu: Klick
Also halten wir fest… Ja! Wir schlafen im Familienbett. Und wir tun das absolut gerne! 
Neben den Menschen aufzuwachen und einschlafen, die ich liebe, ist wunderschön. Es fühlt sich falsch an, dieses Mädchen, was ich so sehr liebe und in meinem Bauch hatte, woanders schlafen zu lassen, als neben mir.  Wie sollte ich nachts wissen ob es ihr gut geht, ob sie in Sicherheit ist, wenn sie meterweit hinter verschlossenen Türen liegt. 
Mein Baby gehört zu mir ♥️?.
Wie lange sie bei uns schlafen wird, weiß ich nicht. Und darüber mache ich mir solange auch keine Gedanken und genieße es, mein schlafendes Baby zu kuscheln. 
Küsschen und Gute Nacht – Mi

Das erste Jahr ist rum

Sonntag. 19.11.2017 – Claras erster Geburtstag
Okay. Der Beitrag ist 2 Wochen zu spät… ?
Ich war die letzten Tage schon furchtbar sentimental. Immer wieder das letzte Jahr und die Geburt Revue passieren lassen… Es war schön. Und ging viel zu schnell vorbei.
Mein Baby ist jetzt ein Kleinkind. So richtig. 
Was in den letzten 4 Monaten alles passiert ist, ging in Hochgeschwindigkeit. Von Drehen zu Sitzen, hinstellen und frei laufen waren es nur einige Wochen. Clara läuft jetzt seit 2 Monaten frei umher. 
Auch in allen anderen Bereichen ist sie einfach kein Baby mehr. Sie trifft Entscheidungen. Weiß, wie sie kommunizieren muss um ihre Wünsche durchzusetzen. 
Auf ihr Töpfchen geht sie ja – für gewisse Dinge – auch schon problemlos seit 3 Monaten. 
Mein Baby ist groß. Fast 80cm. Und somit halb so groß wie ich. Hat ihre knappen 10kg und nimmt immer langsamer zu. Wie das halt so ist, wenn man wächst ?.
Die „Babyzüge“ haben sich ausgewachsen. Der Babyspeck ebenso. Sie ist jetzt eben ein perfektes, wunderschönes Kleinkind. 
Ihren Geburtstag haben wir zu dritt verbracht. Als unsere kleine Familie. Wir haben ja nicht nur Geburtstag gefeiert, sondern auch 1 Jahr als Eltern. Als Familie.

Zum Frühstück gab es Kuchen und Geschenke. Von uns hat Clara graviertes Besteck bekommen. Mit ihrem Namen und Waldtieren drauf. Außerdem ihr erstes Wald Wimmelbuch und eine Holzkatze zum hinterherziehen. Und ein Katzenkleidchen, das direkt als Geburtstagsoutfit fungierte. Ein großer Dino Luftballon rundete das ganze noch ab ?.
Für den Geburtstagstisch haben wir von Grimms eine Geburtstagsschnecke besorgt. Da kann man Stecker für kaufen und ihn somit anpassen. Wir hatten die 1, einen Fuchs und natürlich eine Kerze drin. 

 Nachmittags waren wir noch ein bisschen spazieren. Das Wetter war leider gar nicht schön aber weitestgehend trocken. Im Park gibt’s auch ein paar heimische Tiere zu gucken. Das mag Clara immer gern. 
Zum Geburtstag gab es von meiner Familie außerdem das Wishbone Bike. Da passt Clara noch nicht ganz drauf. Wenn es dann so weit ist, erzähle ich etwas mehr davon.
Jetzt geht erstmal die spannende Kleinkindzeit los. Ich freue mich so sehr auf alles, das noch kommt!
Danke an alle die gratuliert haben ♥️. 
Und Danke an alle, die uns jetzt schon über ein Jahr begleiten.
Ganz viele Küsschen
Mi & Clara ?

Elf. Monate.

Nur noch ein Monat und das erste Jahr ist um. Dann ist mein Baby ein Kleinkind. Und kein Baby mehr. Mein.  Baby. ist. dann. kein. Baby. mehr.
Das hört sich schrecklich an ?. Sie war doch gestern erst dieses hilflose kleine Menschlein.
Man merkt sehr, dass sie langsam „selbstständig“ wird. Sie trifft Entscheidungen. Beim Essen, beim Trinken. Wo sie hin will. Meine Aufgabe ist jetzt nicht mehr ihr alles abzunehmen, sondern sie dabei zu begleiten, es selbst zu schaffen.
Clara läuft seit einigen Wochen frei. Natürlich noch etwas wackelig, aber… Sie läuft. 
Ich bin heillos überfordert mit dem Schuhkauf. Es sollen Barfußschuhe werden. Soweit bin ich schon. Aber ob das jetzt schon sein muss oder ob wir damit noch warten müssen … Eine Herausforderung ?. 
Ihre Winter und Herbstkleidung ist auch mittlerweile eingetroffen (außer für die Füße ?). Einen wunderschönen öko Overall von little green radicals aus England. Kuschelig und perfekt zum Tragen. Allerdings nicht wasserdicht. Ich hoffe es bleibt viel trocken, beziehungsweise Clara lässt sich noch viel Tragen ?.
Für die nassen Tage haben wir einen günstigen Softshell Overall besorgt. Sooo viel wird sie ja noch nicht draußen rumturnen. Denke ich. 
Seit kurzem schaffe ich es sie mit der Trageweise „Double Hammock“ zu tragen. Super bequem. Die ersten Male wars etwas kompliziert, aber mittlerweile klappt es einwandfrei. Ich merke die 10kg auf meinem Rücken kaum.
Unser „Teilzeitwindelfrei“ funktioniert wie gehabt. Fast nur Pipi in den Windeln. Und das auch immer seltener. Je nachdem, was wir so machen. Sie hält meistens an. Das wickeln mit Stoff ist mittlerweile natürlich schon Routine und Claras Papa macht begeistert mit.

Gestern waren wir mit Clara beim Tag der offenen Tür im Waldkindergarten. Es war wundervoll. Frühstück am Teich. Den ganzen Tag draußen. Hütten bauen. Auf Bäume Klettern. Wir werden sie auf jeden Fall anmelden und hoffen, dass wir den Platz für sie bekommen. Natürlich wird sie dort erst mit 3 Jahren hingehen. 
Ein „normaler“ Kindergarten kommt für uns nicht infrage. Eine Tagesmutter erst recht nicht. Da ich ja Mal Erzieherin gelernt habe, habe ich da andere Ansprüche und wahrscheinlich auch einen anderen Blickwinkel drauf.
Wir müssen uns langsam Mal konkret Überlegen, was wir Clara zum Geburtstag schenken. Es soll was „für die Ewigkeit“ sein. Nicht irgendein banales Spielzeug oder sowas. Wie wir ihren Geburtstag verbringen, weiß ich jedenfalls schon. Zu dritt ❤️. Die Verwandtschaft wird dann ein paar Tage später eingeladen.
Ich muss jetzt Windeln zusammenlegen und dann gibt’s auch schon Abendessen. Heute gibt es Kartoffelgulasch. Danach dann noch die Runde mit dem Hund und der Tag ist schon wieder um.
Bis zum nächsten Mal
Küsschen ?

Breifrei Fortbildung

Euch ist sicher schon aufgefallen, dass ich etwas abwesend bin momentan. Wochenpläne gab es deshalb auch vorläufig nicht. Die kommen aber bald wiede. 
Aaaaaber das hatte auch einen guten Grund ?. 
Wer sich fortbilden will, muss dafür nämlich auch was tun! 
Dieses Wochenende war dann die Präsenzveranstaltung zur Fortbildung „Fachkraft für babygeleitete Beikost“ in Köln. 
Ein super lehrreiches, aber auch anstrengendes Wochenende. Außerdem habe ich ganz viele, tolle Frauen kennenlernen dürfen!

Clara war zum ersten Mal ein paar Stunden ohne mich mit ihrem Papa unterwegs. In der Mittagspause haben sie mich (bzw eigentlich nur meine Brüste) besucht um sich eine Milch abzuholen. Hat besser geklappt als ich dachte. Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen beleidigt, dass sie mich kein bisschen vermisst hat ?.
Und weil das alles auch ganz schön anstrengend war, viel Stoff, wenig frische Luft, schrecklich viel Autofahren etc., sinke ich jetzt mit Clara ins Bettchen und schlafe in meinen Geburtstag ?.
Gute Nacht – Mi ?

Arr! Die Maid ist jetzt 10 Monate alt!

Ahoi ihr Landratten. Heute ist der 19. September. Der internationale „Sprich-wie-ein-Pirat-Tag“ (bzw talk-like-a-pirate-day). Also… Beim Klabautermann! Clara hat die 10 Monate geschafft. Yo-Ho-Ho Matrosen!
Okay. Ich lass es jetzt wieder. Ihr habts wohl verstanden… Arr! ?
Es sind nur noch 2 Monate bis zu Claras erstem Geburtstag. Wir besprechen sogar schon fleißig Geburtstagsgeschenke. Was habt ihr euren Babys zum ersten Geburtstag geschenkt? Schreibt es mir doch Mal in die Kommentare. Inspiration schadet nie.

Mein Baby ist 10 Monate alt. Also länger außerhalb des Bauches, als im Bauch. Und ja, ich stille immer noch. Das wird man auch noch länger lesen. Ich habe nämlich beschlossen so lange zu stillen, wie es notwendig ist. Ich werde nicht Abstillen. Irgendwann wird Clara nicht mehr wollen. Oder es wird andere Gründe geben, warum keine Milch mehr kommt. Aber sie liebt ihre Milch und das nehme ich ihr nicht. Es gibt schließlich momentan keinen Grund ihr das zu nehmen. Das Essen läuft gut wie eh und je. Sie isst alles was wir ihr anbieten. Das kleine Veganerbaby liebt Pflaumen, Kichererbsen und Tofu. Zähne sind mittlerweile schon genug da. Alle 8 Schneidezähne nämlich und die Backenzähne sind im Anmarsch.
Ansonsten hat sie mittlerweile festgestellt, dass man auf Dinge zeigen muss, die man haben will. Die Folge war, dass wir den Obstkorb beiseite stellen mussten. Sonst möchte sie nämlich eine Pflaume nach der anderen und beißt alle einmal an. In ihrem Sichtfeld, gibt es jetzt nur noch eine kleinere Auswahl ?.
Ihr learning tower ist fertig. Und toll geworden. Tutorial kommt demnächst ?.
Sie läuft mittlerweile schon an der Hand, wir Schauen uns nach Schuhen um. Barfußschuhe sollen es sein. Weiter sind wir noch nicht.
Und neue Kleidung brauchen wir. Warme Kleidung. Es ist Herbst geworden. 
Wenn ich an so etwas denke fällt mir wieder auf, wie neu dieses Mutter sein doch noch für mich ist. Was für Schuhe brauchen Kinder. Was für Winter Kleidung. Wie viel. Wovon. Hilfe. Aber ich denke, auch da wächst man rein. 
Den letzten Herbst und Winter war Clara ja noch ein winziges, kaum bewegliches, meist schlafendes Trage-Baby. Dicker Overall, Mütze, Socken. Fertig.
Aber jetzt läuft sie fast, bzw. krabbelt davon. Das sind ja ganz andere Ansprüche an die Kleidung.
Auch unser „Teilzeitwindelfrei“ ist eingeschränkter dadurch, dass ich ja bei kalten Temperaturen das Baby nicht den halben Tag ohne Hose lassen kann. 
Unser Hund – Lola – fängt langsam an Clara als Menschen zu sehen, habe ich das Gefühl. Clara steht ja jetzt. So wie Frauchen und Herrchen. Ist also nicht mehr ganz so merkwürdig dieses kleine Wesen. 
Übrigens… Clara schläft immer noch bei uns mit im Bett. Und genießen es. Wir bauen jetzt an. Ursprünglich sollte der Anbau ein Zimmer für Clara werden. Jetzt wird es erstmal ein neues Schlafzimmer in das wir uns ein großes Familienbett bauen. Dass Claras Papa und ich uns da so einig sind, hätte ich anfangs auch nie gedacht.
Wir genießen jetzt noch unseren Abend zu dritt ❤️.
Küsschen
Mi & Clara ?

Reboarder? – Unnötiger Quatsch!

So oder so ähnlich bekommt man es meist zu hören, wenn anderen unser Reboarder ins Auge fällt. 
Hier möchte ich euch jetzt erzählen warum wir für Clara einen Reboarder haben, die gängigen Vorurteile entkräften und euch erzählen, wie man am besten an einen passenden Reboarder kommt.

Unser Sitz ist ein Axkid Minikid (affiliate Link) in schwarz, mit lila Schonbezug.
Fangen wir mit den Vorurteilen bzw ständigen Gegenargumenten an:

Reboarder sind neumodischer Quatsch!

Nö! Reboarder gibt es bereits seit den 70er Jahren. Vor allem in Skandinavien.

Wir haben auch ohne Reboarder überlebt!

Ja. Haben wir. Aber die, die nicht überlebt haben, können sich schlecht zu Wort melden.

Reboarder sind viel zu teuer!

Kommt schon. Ein Reboarder ist für die Sicherheit des Kindes. Kann es da zu teuer sein? Die meisten Eltern haben heutzutage das neuste und beste Smartphone, ein teures Auto und kaufen sich den 3. teuren Buggy für 500€ aufwärts, weil einem die Farbe nicht mehr gefällt. Aber am Kindersitz wird gespart… 
Klar. Ein Reboarder ist nicht billig. Man muss schon mit 400-600€ rechnen. Aber dass das Kind irgendwann aus der Babyschale raus wächst, weiß man ja nun Mal nicht erst dann, wenn es zu spät ist. Man kann also monatlich sicher etwas vom Kindergeld zur Seite legen, bis es dann so weit ist. Omas und Co bitten auf teure Geschenke zu verzichten und etwas dazu zu tun. Und im Zweifel kann man einen Reboarder auch finanzieren lassen. Außerdem findet man auch gute gebrauchte Reboarder für den schmaleren Geldbeutel. 

Dem armen Kind wird doch schlecht, wenn es rückwärts fahren muss.

Sagen mir immer wieder Leute, die mein Baby rückwärts fahren sehen.
Das Baby ist vor dem Reboarder in einer Babyschale gefahren. Rückwärts. Warum dann plötzlich Übelkeit auftreten sollte ist mir ein Rätsel. Wenn dem Kind im Reboarder schlecht wird, dann war das auch schon in der Babyschale so. 
Also es gibt durchaus Kinder, denen beim rückwärts fahren schlecht wird. Bei vielen verbessert die Situation sich sogar im Reboarder. Wenn nicht, und vorwärts fahren die einzige Möglichkeit ist, die Situation fürs Kind zu verbessern, ist es natürlich absolut legitim, wenn man sein Kind vorwärts fahren lässt. 
Nur dieses Argument kommt leider oft von Leuten, die sich noch nie mit dem Thema befasst haben. Da heißt es pauschal „dem Kind wird schlecht“, ohne sich jemals darüber Gedanken gemacht zu haben, dass die Babyschale ja auch rückwärts ist.

Wo sollen denn die Beine hin?

Die finden da Platz, wo Platz ist. Die Füße können abgelegt werden. Probiert es selbst Mal aus. Es ist nach kurzer Zeit sehr unbequem, wenn die Beine einfach runter baumeln. Ich als Zwerg kenne das. Füße abstellen ist einfach bequemer. Gerade für lange Strecken ein Vorteil.

Das Kind sieht nichts!

Ähm. Doch. Es kann – genau wie wenn es vorwärts fährt – aus dem Seitenfenster gucken. Beim Reboarder fahren gibt es sogar noch einen Bonus Blick aus der Heckscheibe. Vorwärts wäre da nur die Rückenlehne des Vordersitzes. 

Wir haben ja nicht vor einen Unfall zu haben, was soll ich da mit einem so teuren Sitz.

Ähm. Ja. Vor hat das sicherlich niemand. Aber ich hab das Gefühl die Situation im Straßenverkehr wird immer schlimmer. Ob das damit zusammen hängt, dass die Menschen immer älter werden, will ich nicht behaupten, könnte ich mir aber vorstellen. Und natürlich, dass die meisten Menschen einfach unter Dauerstress stehen. Hauptsache schnell. 
Und in so einem Straßenverkehr möchte ich mich nicht darauf verlassen wollen, dass „schon nix passiert“. Wenn was passiert, möchte ich den besten Schutz für mein Kind.

Kann man den denn dann umdrehen? Ich kaufe nur einen Sitz, den ich umdrehen kann, wenn das Kind 1 ist!

Ja. Es gibt welche, die man umdrehen kann. Nein, es ist nicht sinnvoll. Selbst wenn man euren Sitz auch vorwärts nutzen kann, nutzt ihn so lange es geht rückwärts. 

Der Reboarder hat im ADAC Test schlechter abgeschnitten als der Vorwärtssitz

Das liegt daran, dass der ADAC auch den Einbau bewertet. Der Einbau ist bei den meisten Reboardern wirklich etwas aufwändiger und fehleranfälliger, als bei anderen Sitzen. Deshalb sollte man sich den Einbau beim Fachhändler zeigen lassen. Die anderen Test Kategorien zeigen dann aber, dass es rückwärts sicherer ist.
Aussagekräftiger ist hier auch der schwedische Plus Test. Mehr dazu hier: Klick

Wären Vorwärtssitze gefährlich, dürfte man sie nicht verkaufen und waren längst verboten.

Genau. Wie wir ja alle Wissen, wird nur verkauft, was gesund und ungefährlich ist… Wie Zigaretten, Alkohol, Fast Food, Waffen usw ?. 
Und alle Vorwärtssitze sind ja auch nicht direkt „gefährlich“. Aber eben nicht so sicher, wie Rückwärtssitze.
Allerdings gibt es im Handel auch mehr als genug Sitze, die durch sämtliche Crashtests gefallen sind. Erlaubt sind sie trotzdem. Solche sind dann natürlich definitiv gefährlich. 

Unser Auto hat kein Isofix. Da gibt’s keine Reboarder.

Das wurde mir auch schon erzählt. Im „Babyfachmarkt“. Aber es ist einfach falsch. Wir haben in unserem Auto mit Baujahr 1994 natürlich auch kein Isofix. Auch nicht nachrüstbar. Dafür aber einen Reboarder, der mit dem Gurt des Autos und Spanngurten befestigt wird. Reboarder die gegurtet werden haben sogar meistens eine längere Nutzungsdauer. Der Großteil der Isofix Reboarder darf nur bis 18kg genutzt werden. Unser gegurteter Minikid bis 25kg. 
Das liegt am Isofix – nicht am Sitz, da Isofix nur bis zu bestimmten Gewichten zugelassen ist.
……
Seht ihr? Die Vorurteile sind nicht wenige. Aber weitestgehend Unsinn. 
Reboarder sind sicherer, weil Kinder unter 4 Jahren ihren Kopf noch nicht ausreichend kontrollieren können und somit häufiger Genickbruch die Folge eines schweren Unfalls sein kann. 
Rückwärts fahren ist 5 Mal sicherer, als Vorwärts.
Da haben aber viele andere schlaue Menschen schon viel zu geschrieben. Physikalisch erklärt und so weiter. Deshalb spare ich mir jetzt mein Laiengerede und verlinke euch ein paar Begründungen von Profis:

      Wie gehe ich beim Reboarderkauf vor?
      Fahrt zum Fachhändler! Wirklich. Nicht in den Babymarkt. Auch wenn ihr eine etwas weitere Anreise habt. Das ist wahrscheinlich immer noch günstiger, als auf gut Glück einen Sitz zu bestellen, in dem euer Kind katastrophal sitzt.
      Im Fachhandel wird geschaut, dass der Sitz zu Kind und Auto passt. Das ist beides sehr wichtig. Und dort wird man dann auch den passenden Sitz für euer Auto und euer Kind finden. Garantiert.
      Fachhändler sind beispielsweise die Zwergperten und auch die Kindersitzprofis. Aber auch andere. Am besten schaut ihr auf die Karte, was bei euch in der Nähe ist.
      Reboarder-Karte des Reboard-kindersitze e.V.  Die findet ihr hier: Klick
      Weitere Infos zum Thema Reboarder gibt’s auf der Seite des Vereins: Klick
      Habt ihr auch schon negative Kommentare zu hören bekommen, weil ihr einen Reboarder habt? 
      Danke auch an die Facebookgruppe zum Thema Reboarder. Ihr habt mich gut unterstützt beim Sammeln der Vorurteile. In dieser Gruppe wird man auch bei der Suche nach einem Reboarder gut beraten. Ersetzt aber nicht die Fahrt zum Fachhändler. Zur Gruppe geht’s hier entlang: Klick.
      Macht euch ’n schönen Tag. Und immer schön rückwärts fahren ?.
      Eure Mi 

      9 Monate. Wow.

      Das Baby schläft gerade, ich hab kurz Zeit für ein Update!
      Clara ist heute 9 Monate alt. Wahnsinn oder? War das nicht erst gestern, als ich schwanger war? Ich weiß, ich wiederhole mich ?.
      Alle sagen einem immer „genieß die Zeit, sie geht so schnell vorbei“ und man denkt sich… Ja ja. Übertreibt doch alle nicht so.
      Und jetzt bin ich selber so eine die sagt „genießt die Zeit, sie geht so schnell vorbei‘ ?.
      Aber zu Clara… Die kleine, große Maus ist also 9 Monate alt. Fast länger auf der Welt, als im Bauch (aber nur fast ?).
      Wir sind mittlerweile bei 7 voll sichtbaren Zähnen und ich fürchte es gibt noch ein paar mehr, die nicht mehr lange brauchen bevor sie sich zeigen

      Das Abhalten funktioniert seit einiger Zeit nicht mehr. Deshalb hat Clara jetzt ein Töpfchen. Sie hat überraschend schnell verstanden wofür das ist ?. Zum Töpfchen und unseren neuen Stoffies, gibt’s noch einen extra Beitrag. 
      Clara krabbelt mit High Speed durch die Wohnung. Und seit 3 Tagen lässt sie los, wenn sie steht. Bisher halte ich panisch meine Arme hin, weil ich im ersten Moment dachte sie fällt einfach um. Aber nein. Sie steht einfach schon frei ?.
      Wir tragen weniger. Das macht mich etwas wehmütig. Sie möchte lieber „alleine“ auf Entdeckungsreise gehen. 
      Jetzt kommen auch langsam alle auf mich zu und fragen, wann ich denn endlich abstille. Und wann ich wieder zur Uni gehe. 
      Ich hab das nächste Urlaubssemester beantragt und wir Stillen immer noch alle paar Stunden und in letzter Zeit auch nachts wieder viel mehr. Also… Erstmal werde ich daran nichts ändern. Es wird so lange gestillt, wie es notwendig ist.
      Körperlich entwickelt sie sich prächtig. Größe, Gewicht, etc. Alles im oberen Bereich. Und das trotz der gefährlichen, veganen Ernährung.
      Ich glaube Clara wird wach… Ich geh dann Mal wach schmusen ?.
      Morgen gibt’s den ersten Wochenplan!
      Küsschen
      Mi ?

      Möbel rücken

      Wir haben umgestellt! Das Baby Bett steht jetzt an der Wand… Ihr könnt euch vielleicht denken warum ?. Genau. Clara ist drüber gesegelt. Wir hatten in weiser Voraussicht schon Matten ausgelegt. Niemand hat sich was getan. Diese Babys sind einfach so unfassbar flink ?. 
      Wir mussten uns allerdings umgewöhnen. Ich schlafe jetzt auf links. Und Clara auf rechts. Um nachts schnellstmöglich an die Milchbar zu gelangen. Erstmal komisch, aber wird schon. Im Raum ist dadurch auch viel mehr Platz.
      Die Kleine räumt fröhlich alles aus, was ihr in den Weg kommt und läuft schon an Möbeln entlang. Mir geht das zu schnell. Der Learning Tower muss noch gestrichen werden – dann gibt’s auch ein Tutorial. Damit kann sie sich dann mit mir in die Küche stellen, wenn ich koche.
      Wo wir gerade von Kochen reden…. Clara isst fröhlich alles mit, was ich koche. Indisch und asiatisch schmeckt ihr auch. Ich koche jeden Tag frisch. Außer Samstag. Da kocht der Papa ?.
      Dafür geben im Monat nur rund 200€ für Lebensmittel aus. Viel davon Bio. Habt ihr Interesse daran, dass ich hier unsere Wochenpläne teile? Wir planen immer Sonntags unseren Wocheneinkauf und besprechen die Gerichte, die es gibt.
      Wir mussten am Wochenende Mal wieder Klamotten aussortieren. Es passt nix mehr. Und haben ihr im Zuge dessen gleich noch diesen unfassbar süßen Schlafanzug mit Wolken drauf besorgt ?. Sie trägt mittlerweile Größe 74/80

      Unser Reboarder ist auch da. Leider ist mein Auto aber momentan in der Werkstatt, weshalb wir ihn immernoch nicht einbauen konnten.
      Der Karton vom Reboarder ist aber schon Claras neues Lieblingsspielzeug ?. 
      Montag hatte die Kleine ihren ersten Zahnarzttermin bei einem Kinderzahnarzt. Alles gut. Nur dass bei Clara erst die Vampirzähne kommen, fand die Zahnärztin ungewöhnlich. Aber ungewöhnlich passt ja zu uns ?. 
      Allerdings durfte Ich mir großen Blödsinn im Bezug auf das Stillen anhören. Nachts stillen würde ja Karies fördern. Wegen der Milchsäure. 
      Da in Muttermilch aber höchstens Milchzucker ist und keine Milchsäure und diese auch nicht kariogen ist, ging die Aussage in einem Ohr rein und im anderen wieder raus. 
      Das wars erstmal. Mein Baby haut schon wieder ab – ich muss hinterher ?.
      Küsschen ?

      Heute ist Tag des Himbeerkuchens…

      und Clara ist heute 8 ganze Monate alt.
      Ich weiß, ich wiederhole mich aber… Das geht so schnell! Gefühlt vorgestern war ich noch schwanger. 
      Außerdem hatten wir heute Nacht ganz pünktlich einen Durchbruch! Von Zahn Nummer 4. Somit hat Clara jetzt unten 2 mittig. Und oben hat sie die 2 äußeren Schneidezähne und sieht aus wie ein kleiner Vampir ?. Sie hat allerdings auch herausgefunden wie man damit knirschen kann und macht mir schon den ganzen morgen Gänsehaut.

      Clara kann sich mittlerweile ganz alleine hinsetzen. Anfangs hat sie noch geschummelt und sich nur hingesetzt, wenn sie irgendwo dran Klettern konnte. 
      Zum Sitzen kommt noch, dass sie sich hinstellt. Mir geht das zu schnell. Ich habe ein Baby bestellt. Und jetzt stellt sie sich hin und läuft mit dem Ikea Tisch als „Gehhilfe“ schon erste Schritte. Ich finde sie ist zu früh dran damit ?. Es wird jetzt alles beklettert, was sie findet. Also haben wir jetzt noch ein extra Auge auf sie, damit sie nirgends großartig runter purzelt. Hinfallen darf sie. Das ist okay. Aber sich bitte nicht dabei verletzen.
      Claras Klamotten haben jetzt schon Größe 80. Und sie hat die 9kg so gut wie erreicht. 
      Krabbeln kann sie übrigens noch nicht. Ich fürchte das überspringt sie. Sie robbt mit den Armen vorwärts und kommt so überall hin. Sieht also wahrscheinlich keine Notwendigkeit im krabbeln. Kann ich verstehen. Wenn etwas so klappt wie man es will – warum dann etwas dran verändern? 
      Wir wickeln jetzt seit ein paar Tagen mit Überhosen und diversen Einlagen. Ich hab gedacht dass das mehr Arbeit wäre. Ist es aber nicht. Als Einlage nehmen wir Ikea Waschlappen und Mullwindeln. Habe also nur die 4 Überhosen gekauft und rein kommt, was wir eh da hatten. Die Überhosen trocknen nach dem Gebrauch kurz durch und können dann wieder benutzt werden. Ich muss viel weniger waschen. Die All in ones nehmen wir aber weiterhin gerne für nachts und unterwegs. 
      Unser Reboarder ist leider immer noch nicht da. Wir warten jetzt schon einen Monat. Gut dass Clara das Mindestgewicht eh noch nicht so ganz hat. Also nicht so tragisch, solange fährt sie eben noch in der Babyschale.
      Das wars glaube ich so an Neuigkeiten. Ich schau jetzt meinem Baby noch ein bisschen beim Schlafen zu und gehe mir dann einen Kaffee machen.
      Vielleicht backe ich heute auch noch einen Himbeerkuchen. Mal sehen.
      Küsschen, Mi ?

      "Windelfrei" – aufwändig und eklig? 

      Ihr wisst ja, wir praktizieren „Teilzeitwindelfrei“. Hier könnt ihr nochmal alles was ich bisher dazu geschrieben habe nachlesen: 

      Hier möchte ich jetzt Mal ein bisschen über „das öffentliche Bild“ von Windelfrei schreiben.
      Was man immer am meisten hört, wenn man erzählt dass das Baby Zuhause meist keine Windel trägt ist „ihgitt“. Ich verstehe wirklich nicht was daran groß eklig sein soll. 
      Wenn Clara Zuhause Mal auf den Boden Pipi macht, weil ich zu spät war, nehme ich kurz einen Lappen und schmeiß den und was sonst so nass geworden ist, in den Wäschekorb. Und ich spare mir eine Windel bzw Einlage zu waschen. Wenn man Wegwerfwindeln benutzt, hat man nach dem einen Pipi direkt eine ganze Windel im Müll. Je nach Marke und Größe kostet eine Windel durchschnittlich ca. 20 Cent. Die landen dann im Müll. Vom Müllberg der produziert wird Mal ganz zu Schweigen.

      Okay. Ich hab gehört es soll Eltern geben, die wechseln nur die Windel, wenn das Baby groß gemacht hat. Oder so viel Pipi drin ist, dass sie ausläuft. Das ist womöglich Geldsparend – aber unfassbar gemein dem Kind gegenüber. Das muss also mehrere Stunden in seinen Ausscheidungen sitzen. Und das bewusst. Genau die gleichen Eltern wundern sich dann, wenn das Kind mit 5 immer noch nicht trocken ist.  (Ja, es gibt auch Kinder die trotz gewissenhaftem Umgang mit Windeln der Eltern mit 5 noch nicht trocken sind oder aber aus medizinischen Gründen. Aber oft, sind solche Probleme eben „hausgemacht“. Aber Ausnahmen bestätigen auch hier wieder die Regel.)
      Da wären wir dann schon beim nächsten Argument. Windelfrei soll unfassbar aufwändig sein. Ich weiß nicht was genau daran immer als aufwändig bezeichnet wird… 
      Auf kurze Sicht gesehen – ich finde es weitaus weniger Aufwand eine kleine Pfütze weg zu wischen, als das Baby erst zum Wickeltisch zu tragen und die windel zu wechseln. Wickeln ist hier eh nicht sonderlich spaßig, seit Clara mobil ist. Da wird sich umgedreht und weggerobbt. Es kostet schon Kraft – und Aufwand. 
      Das große Geschäft geht hier grundsätzlich in die Toilette. Der Aufwand den ich da betreibe ist, mir ein paar Minuten zu nehmen, um Clara über die Toilette zu halten. Und abzuspülen. Ist das wirklich mehr Aufwand, als einem sich bewegendem und womöglich weinendem Kind die Windel zu wechseln und den Po gründlich sauber zu machen? Ich bezweifel das einfach Mal. 
      Und volle Wegwerfwindeln müssen auch zum Müll gebracht werden. Den Windelmüll raus bringen ist auch ein Aufwand, den ich mir weitestgehend spare. Und auch der Windeleinkauf alle paar Wochen kann ich mir sparen. (Diese Vorteile greifen natürlich bei Stoffwindeln auch)
      Dass man sein Kind im Auge haben muss, um auf Zeichen zu achten, wird auch gerne als aufwändig bezeichnet. Aber erstmal habe ich ein kleines Baby grundsätzlich im Auge. Und ich weiß mittlerweile, wann sie muss. Nach dem Schlafen und nach dem Tragen habe ich eine 100% Erfolgsquote. Ich beobachte nicht „mehr“ als ich es sowieso würde. 
      Auf lange Sicht gesehen, wird mein Baby höchstwahrscheinlich viel schneller trocken als eins, das immer in Superabsorberwindeln macht. Da kann das Kind gar nichts für, aber diese Windeln trainieren wirklich die Nerven so, dass das Kind alles an Bewusstsein dafür verlernt. Und so muss das erst wieder mühsam gelernt werden. 
      Also spare ich mir da sowohl den Aufwand mehrere Jahre lang zu wickeln, als auch den Aufwand des späteren „Töpfchen Trainings“.
      Also es ist weder eklig, noch aufwändig. 
      Dann kommen wir zum nächsten Argument. „Das ist doch krankhaft seine Kinder schon so früh zu zwingen auf die Toilette zu gehen“
      Echt? Nein. Ich finde es eigentlich schlimmer, dass wir in einer Kultur leben, die sich dafür einsetzt, Kinder so lange wie möglich in ihren Ausscheidungen liegen zu lassen. 
      Jedes Kind kann möchte Anfang an seine eigene Sauberkeit umsetzen und sich nicht selbst beschmutzen. Das liegt so in der Natur. Mit Windeln wird das ganze abtrainiert. Die Kinder verlernen einfach, einzuhalten und verlieren Dank hochmoderner Wegwerfwindeln auch sofort jegliches Gefühl für ihre Ausscheidungen. „Ich mach Pipi. Alles bleibt trocken.“ Klar stellt der Körper sich da dann drauf ein. 
      Ich gehe also auf das natürliche Sauberkeitsbedürfnis meines Kindes ein. Und biete es ihr an. Wenn sie möchte, nutzt sie es. Das ist keine „Sauberkeitserziehung“, sondern von Anfang an da. 
      Und zum Schluss…
      Da sich jetzt wahrscheinlich wieder ganz viele Eltern angegriffen fühlen (ich kenn das ja mittlerweile …) – das ist kein Angriff auf Eltern deren Kinder Windeln tragen. Clara trägt auch mindestens 50-70% des Tages Windeln. Und macht da auch rein. Hauptsächlich Stoff, aber zwischendurch auch Mal eine Wegwerfwindel. Man kann sicher auch mit Windeln auf die Bedürfnisse des Babys eingehen, mache ich mit Clara ja auch die meiste Zeit des Tages. Ich habe auch bis ich glaube ich 4 Jahre alt war noch zeitweise Windeln getragen, aus mir ist auch ein schlaues Mädchen geworden ?. Wenn man von windelfrei noch nicht gehört hat, macht man natürlich auch die „gängige“ Variante mit Windeln. Und niemand kann immer alles wissen ?.
      Wer sein Kind regelmäßig wickelt, braucht sich in keinster Weise angegriffen fühlen ?. 
      Ich wollte mit dem Beitrag nur den gängigen Vorurteilen zu Windelfrei (eklig, aufwändig, Sauberkeitserziehung) etwas entgegen setzen und Beispiele aufzeigen, warum diese Vorurteile unbegründet sind.
      Die Eltern die ihre Kinder absichtlich und aus Faulheit 10 Stunden in einer pitschnassen, womöglich noch vollgekoteten Windel lassen, dürfen sich allerdings gerne angegriffen fühlen. Das ist nämlich wirklich richtig unverantwortlich dem Kind gegenüber (Ja, das gibt es. Leider schon mehrfach erlebt und mit „och ich hab jetzt keine Lust zu wickeln, die Pampers hält das schon“ begründet worden…).
      So. Meine paar Worte dazu ?
      Gruß und Kuss, dein Fidibus. Äh. Mi ??