10 Punkte, warum es für mich wunderbar ist, zu Stillen 

Ich stille jetzt seit über 10 Monaten. Das ist für viele schon „zu lange“. viele andere wiederum, können viel längeres Stillen „vorweisen“. 
Wie lange wir noch stillen, kann ich nicht sagen. Allerdings kann ich schon erzählen, was am Stillen für mich so wunderbar ist.
Ich hatte viele Startschwierigkeiten und aufgrund meiner rheumatischen Erkrankung habe ich immer noch keinen Tag, an dem mir das Stillen nicht körperlich schmerzt. Manchmal zum Glück nur ein wenig. An anderen Tagen mehr. Warum ich das trotzdem gerne mitmache, habe ich hier jetzt aufgelistet. 

1. Stillen verbindet Mutter und Kind. 
Körperlich und psychisch. Es klebt beim Stillen ja schließlich an einem. Ich mag das. Das ist so viel besser, als nur zu kuscheln.
2. Das Kind wird durch den Körper der Mutter versorgt.
Ich bin stolz auf mich und meinen Körper. Die ersten Monate in denen mein Kind noch nichts gegessen hat, war einzig und allein ich – bzw mein Körper – dafür verantwortlich, dass mein Kind gesund und munter ist. Das gibt mir ein unglaubliches Gefühl. 
3. Stillen ist Liebe.
Wenn ich meinem Baby beim Stillen in die Augen schaue oder über die Wange streichel platze ich beinahe vor Glück und bedingungsloser Liebe.
4. Stillen ist unfassbar praktisch
Man muss nichts mitschleppen. Brüste raus und fertig. Die sind on Board. Serienmäßig. Ich habe alles was ich zum Stillen brauche, immer dabei. Nachts kommt hinzu, dass man nicht aufstehen muss. Praktisch eben.

5. Stillen ist günstig

Es kostet keinen Cent. Das Kind wird satt oder stillt seinen Durst. Und zwar ganz gratis. Wenn ich im Drogeriemarkt an dem „Kindermilch“ Regal vorbei gehe wird mir ganz schwindelig. 
6. Stillen entspannt
Beim Stillen wird bei der Mutter Prolaktin ausgeschüttet. Das ist ein Hormon und eben dieses ist dafür verantwortlich, dass man gelassener ist. 
7. Stillen ist gesund! Für die Mutter…
Stillen senkt das Risiko der Mutter für Brust- und Eierstockkrebs sowie für Osteoporoseerkrankungen. Außerdem senkt Stillen das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes Typ II und Übergewicht.
8. und das Kind!
Die Muttermilch ist voller Antikörper und es wurde in mehreren Studien bewiesen, dass langes Stillen das Allergie und Asthmarisiko gering hält.  Laut Untersuchungen vom St. George Krankenhaus in Tooting weisen Stillbabys gesündere Herzen und niedrigere Cholesterinwerte auf, wenn sie dann erwachsen sind. Da die Muttermilch keine Saccharose enthält, haben Stillbabys außerdem seltener Karies.
9. Stillen erhöht den Grundumsatz. 
Ja okay. Wirklich wichtig ist der Punkt nicht… Aber ich habe nach der Schwangerschaft so viel abgenommen. Das ist höchstwahrscheinlich darauf zurück zu führen, dass der Körper mehr Kalorien verbraucht. Es ist ein netter Nebeneffekt.
10. Stillen festigt die Bindung
Beim Stillen wird das Glückshormon Oxytocin freigesetzt. Das stärkt die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind. Schon der Geruch von Muttermilch sorgt für Entspannung beim Baby.
……

Ich beziehe mich hier auf mich. Und mein Baby. Und unsere Stillbeziehung. Das ist alles nicht allgemein gültig und jeder darf und soll es handhaben wie er es für sich für richtig hält. 

Warum hier erst mit 6 Monaten mit der Beikost gestartet wurde

Die aktuelle Empfehlung vom Dortmunder Institut für Kinderernährung lauten – Brei ab dem vierten Monat. Zur Allergieprävention. Das wird also auch von Kinderärzten und Hebammen empfohlen. 
Ich halte mich nicht an diese Empfehlung. Zum einen halte ich die Empfehlung der WHO – Weltgesundheitsorganisation – für „richtiger“. Die lautet frühestens ab dem sechsten Monat langsam mit Beikost anzufangen. Allerdings erst, wenn das Kind zeigt, dass es bereit dafür ist. Zum anderen, brauchen Babys keinen Brei. Aber dazu später.
Hier Mal die echten Zeichen für Beikostreife:

  • Alleine sitzen können (bzw mit leichter Unterstützung im unteren Rücken)
  • Kaubewegungen
  • Greifen
  • Verschwundener Zungenstoßreflex – also der Reflex alles wieder raus zu schieben, was in den Mund kommt
  • Kopf alleine halten können
  • Interesse am Essen der Familie

Und hier die, die von vielen fälschlicherweise für Reifezeichen​ gehalten werden:

  • Kind schaut Essen hinterher – eigentlich schaut das Baby allem hinterher
  • Weniger Schlaf bzw nächtliches Aufwachen (und das auf Hunger zurückführen) – ganz normal
  • Weniger Gewichtszunahme – die Babys nehmen irgendwann einfach nicht mehr so schnell zu wie im ersten halben Jahr
  • Schmatzen – Babys Schmatzen auch, wenn sie die Brust wollen
  • Vorhandene Zähne – nur weil Zähne da sind, müssen die noch längst nicht benutzt werden

Als wir bei der u5 waren wurde uns eindringlich gesagt, wir müssen unbedingt anfangen, dem Kind würde so viel entgehen und die Eisenspeicher wären garantiert absolut leer…
Es gibt zwar Studien, dass im vierten Lebensmonat gefüttertes sich Positiv auf die Allergieentwicklung auswirkt.. allerdings gibt es nun Mal auch genug Studien, die zeigen, dass ausschließlich Stillen in den ersten 6 Monaten sein sollte und der Darm vorher nicht​ bereit für etwas anderes als Milch ist. Allergieprävention hin oder her. Nur weil dem Kind im vierten Monat ein paar Allergene vorenthalten werden, wird es nicht zum hochallergischen Kind. Dann nehme ich lieber die vielen anderen Vorteile mit, die das ausschließliche Stillen hat.
Jedenfalls… Was gibt man denn, wenn keinen Brei?
BLW heißt das Ganze. Es ist ein Konzept von der englischen kinderschwester Gill Rapley.
BLW steht für Baby led weaning. Übersetzt so viel wie Baby geführtes entwöhnen. 
Im ersten Jahr gilt die Muttermilch als Hauptnahrungsquelle. Das muss auch unbedingt so bleiben, wenn man blw macht. Muttermilch ist außerdem viel nahrhafter, als jegliches Essen. Es gibt im englischen einen schönen Satz… „Food under one is just for fun“. Also Essen ist nur zum Spielen und Entdecken da. Und genau das passiert bei BLW. Man gibt dem Baby einfach das, was sie restliche Familie auch isst. Allerdings etwas angepasst aufs Baby. Ohne Salz. Wenig Zucker. Und am Anfang hilft es, so große Stücke anzubieten, dass es gegriffen werden kann. 
So war Claras erstes Frühstück letzte Woche ein Bananenpancake und Bananenstücke. Bei ihrem ersten Abendessen gab es Dinkel, Paprika, Mango und Currysahne.
Seitdem hat sie schon einiges verputzt. Bevorzugt greift sie zur Gurke haben wir festgestellt. Es gab aber auch schon Zucchini, Reibekuchen, Avocado, Nudeln, Brot und vieles mehr.

Ja. Es ist eine Sauerei. Nein, es ist nicht schlimm. Wir haben zum einen den Hund. Der frisst, was runter fliegt ?. Zum anderen ist der Aufwand zum sauber machen vielleicht 5 Minuten Arbeit. Das geht schon. Wenn man die Kinder machen lässt, lernen sie es in der Regel ganz schnell.
Genaueres zu BLW gibt es dann ein anderes Mal ?. Wir gehen jetzt frühstücken. 

Zu wenig Milch? Meistens ist das nicht der Fall! 

Ich lese und höre überall nur noch Sachen wie „ich hatte zu wenig Milch ich musste zufüttern“ oder „mein Baby wurde nicht satt“. Bestimmt bei 80% der frischen Mamas mit denen ich gesprochen habe, war das der Fall. Und es kam oft Neid auf, wenn ich erzählt habe, dass ich nicht zugefüttert habe. Man hätte ja so gerne ausgereicht für sein Baby.
Ich habe bevor ich diesen Beitrag geschrieben habe, etwas recherchiert (hier zum Beispiel: Klick) und mit Stillberaterinnen gesprochen. Auf deren Aussagen beziehe ich mich nachfolgend. 
Ich richte mich hierbei an die, denen Stillen auch so wichtig ist wie mir und die Pulvermilch mit allen Mitteln umgehen wollen. Ich hatte sogar letztens einen Alptraum und bin weinend aufgewacht, weil ich geträumt hatte, das jemand Clara Pulvermilch gegeben hat. Es ist für mich wirklich… Schrecklich.
Es gibt wohl nur 5% Frauen, die wirklich zu wenig Milch haben. Das kann von Hormonerkrankungen oder anderen Einflüssen Kommen. Auch kann es beim Baby anatomische Probleme wie verkürzte Zungenbändchen o.ä. geben, was dazu führen kann, dass nicht ausreichend „bestellt“ werden kann, durch falsche Technik beim Trinken.
Dann sollte man natürlich und unbedingt zufüttern. 
Allerdings wird meiner bescheidenen Meinung nach, viel zu schnell zugefüttert, bzw dazu geraten.
Babys Clustern anfangs oft und viel. Ich hatte teilweise Tage, da hatte ich sie 20/24 Stunden an der Brust. Aber das ist nicht, weil sie nicht satt wurde, sondern weil sie „bestellt“. Durch das Clustern reguliert sich die Milchmenge und passt sich ans Baby an. Das vergeht also wieder. Und es gibt immer Mal wieder Phasen in denen ein Baby Clustert. Einfach weil der Bedarf sich verändert.
Viele setzen das halt leider mit „nicht satt werden“ gleich. Und dann kommt das Problem.
Wenn man zufüttert, bekommt die Brust nicht mehr genug Impulse, um mehr zu produzieren. Und produziert weniger. Und dann wird das Baby womöglich wirklich nicht mehr satt. Dann steckt man in der sogenannten Zufütterungsfalle. Auch wenn man mit Stillhütchen stillt, kann es passieren, da die Brust auch nicht die Impulse bekommt, die sie braucht. Und dadurch zu wenig Milch produziert wird und somit zu wenig ins Baby kommt. Schnuller erhöhen das Risiko ebenso.

www.der-apfelgarten.de


Also liebe (werdenden oder frischen) Mamas. Lasst euch nichts voreilig einreden und wendet euch lieber an eine ausgebildete Stillberaterin (keine Hebamme!), bevor ihr zufüttert. Wenn diese das dann auch noch empfiehlt, dann könnt ihr euch sicher sein, dass es wirklich notwendig ist. Aber wie oben schon gesagt, äußerst selten der Fall. Der Rest hat prinzipiell genug Milch! Sie muss nur vom Baby bestellt werden. 
Wer wirklich zufüttern muss, aber weiter Stillen will, sollte das am besten mit einem Brusternährungsset oder anderen Stillfreundlichen Methoden wie einem Löffel. Mit gängigen Fläschchen könnte man im schlimmsten Fall eine Saugverwirrung auslösen. Auch hierfür ist die Stillberaterin die richtige Ansprechpartnerin. Ich verlinke weiter unten gleich noch ein paar Seiten, auf denen ehrenamtliche Stillberaterinnen zu finden sind.
Mir wurde es von Kinderarzt und Hebamme geraten, weil „es ja nicht sein könne dass man 8 Stunden am Stück stillt“. Hätte ich mich nicht im Vorfeld viel mit dem Thema beschäftigt und gute Freundinnen an der Seite, die sich auskennen, hätte ich mich womöglich auch zum zufüttern entschieden. 
Und ja. Diese Tage an denen so viel gestillt wurde, waren alles andere als leicht. Aber die gingen auch vorbei.
Aber man muss es halt wissen. Natürlich sind viele verunsichert, wenn einem plötzlich alle zum zufüttern raten, nur weil das Baby oft an die Brust will. 
Aber im Grunde ist es so… Je mehr man anlegt, desto mehr wird produziert. Solange die Windeln nass sind, kommt auch genug rein. Eine Dehydrierung aufgrund von zu wenig Milch, bemerkt man schnell. Nicht erst, wenn es gefährlich wird. Und dann kann man immer noch frühzeitig gegensteuern.
Viele kaufen auch schon vorher Fläschchen und Pulvermilch. „Für den Notfall“. Wenn ihr wirklich unbedingt Stillen wollt. Meiner Meinung nach… Lasst es. Wenn es wirklich der Fall sein sollte, bekommt man auch in der Notdienst Apotheke rund um die Uhr alles was man braucht. Auch schnell genug, kein Baby dehydriert unbemerkt innerhalb einer halben Stunde.
Wenn man sowas da hat, kommt man viel leichter in Versuchung und gibt sich vielleicht unterbewusst „weniger Mühe“. 
 Dann sieht man es vermutlich als Erleichterung, wenn das Baby nach der Flasche Pulvermilch endlich Mal schläft und „satt“ wirkt. Das Baby ist dann aber nur übersättigt und schläft deshalb. Klar, ein schlafendes Baby ist ein verlockendes Argument für übermüdete Mütter. Kann ich auch voll nachvollziehen. 
Aber das alles schadet nun Mal der Stillbeziehung. Je öfter das Baby „woanders“ trinkt, desto weniger Milch wird produziert. Das sollte man sich vorher klar machen.
Anfangs hatten auch wir Probleme. Ich hatte erst am dritten Tag Milcheinschuss und hatte große Angst, dass da nicht genug kommt. Auch habe ich Clara mehrere Stunden am Stück gestillt. Und weil sie ein sehr müdes Baby war, musste ich sie oft wecken, damit ich sie stillen konnte. Das war anfangs alle 2 Stunden. Außerdem habe ich mich fast ausschließlich mit Malzbier betrunken​ – das wirkt sich Positiv auf die Milchbildung aus. Es ist hart. Das will ich auch gar nicht beschönigen. Und wer dafür keine Kraft aufbringen kann, der soll auch guten Gewissens zufüttern. 
Ich kann da nur von mir sprechen, aber mir ist es unfassbar wichtig zu Stillen. Und das auch erfolgreich. Ich lag hier tagelang weinend mit dem Baby an der Brust und der Angst, es würde nicht reichen und nicht klappen. 
Und jetzt nochmal kurz zu dem gesundheitlichem Nachteil vom zufüttern fürs Baby. Also es ist nicht „Mal kurz eine Flasche dann gehts allen besser“. Diese Flasche verändert nachhaltig die Darmflora des Babys. 
Mehr zum Thema Darm und Stillen könnt ihr hier beim Klick hierauf nachlesen. Das sprengt jetzt hier den Rahmen :).
Hier noch die Links wo ihr Stillberaterinnen findet, wenn ihr Hilfe benötigt:

    Alles Liebe
    Küsschen
    Mi & Clara ?

    (Und wie immer… Meine Ansichten und Meinungen​ sind nicht allgemeingültig.)

    Wir sind dann Mal auf der Toilette!

    Jetzt geht es um Babykacke. Wer nichts zu Babykacke lesen möchte, sollte nicht weiterlesen… 😀


    Aber Muttermilchstuhl ist ja halb so schlimm. Wirklich. Eine gelbliche flüssige Pampe die etwas süßlich riecht… Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt :D.
    Also zurück zum Titel …
    Wir sind dann Mal auf der Toilette!

    Hä? Babys machen doch in Windeln. Oder? Ist Clara nicht erst 10 Wochen alt?
    Klar machen Babys das. Aber nicht, weil sie es so wollen oder nicht anders können. Sondern eben weil man es ihnen „erlaubt“.
    Gestern war der erste Tag, an dem Clara kein einziges großes Geschäft in ihrer Windel verrichtet hat. Ich freue mich sehr darüber.
    Wir praktizieren „Teilzeit Windelfrei“. Der Name ist eigentlich total bescheuert und erklärt nicht wirklich das, was wir machen… Im englischen nennt sich das ganze Elimination Communication – Ausscheidungskommunikation.
    Windeln trägt Clara trotzdem. Hauptsächlich Stoffwindeln (dazu schreibe ich noch einen Beitrag demnächst 🙂 ).
    Also was ist diese Ausscheidungskommunikation jetzt genau? Ich achte auf Signale die mein Baby gibt. Alle Eltern kennen das. Das Baby macht einen bestimmten Gesichtsausdruck und man weiß „Oh, jetzt geht was in die Windel“. Wenn Clara beim Stillen unruhig wird und ständig loslässt weiß ich … Sie muss groß.
    Also ab zum Wickeltisch. Hose aus. Body auf. Windel aus. Und ab ins Bad. Viele nehmen auch einfach Schüsseln oder einfache Unterlagen. Wir gehen zum Waschbecken. Dann halte ich Clara an den Oberschenkeln, ihr Rücken liegt an meinem Bauch an. In der Position fällt es leichter, loszulassen. Manchmal setze ich mich auch verkehrt rum auf die Toilette und halte sie über die Schüssel.
    Das nennt sich dann „Abhalten“. Und in 90% der Fälle kommt entweder Urin oder Stuhl. Oft sogar beides. Dazu dann das passende Signalwort (hier heißt es einfach Pipi & Kacka), abwarten bis sie fertig ist, zurück zum Wickeltisch, sauber machen, neue Windel an und fertig.
    Pipi geht bei uns immer noch viel in die Windel. Und das darf es auch, halb so schlimm. Ich habe die Anzeichen dafür noch nicht so richtig raus… Unterwegs und nachts halte ich nicht ab. Babys machen auch nicht im Schlaf sondern wenn sie nachts machen, dann in kurzen Wachphasen.


    Seit etwa 2 Wochen mache ich das konsequent,  dass ich ihr bei jedem wickeln anbiete, sich zu erleichtern. Wenn sie es nicht möchte signalisiert sie auch deutlich dass sie nicht mehr mag und bekommt ihre Windel an. Und seitdem geht maximal 10% ihrer Babykacke (Mumistuhl ist der gängigere Ausdruck – aber mir gefällt Babykacke besser 😀 ) in die Windeln.
    Bitte das ganze nicht mit irgendwelchem Töpfchen Training oder trocken werden Programmen in einen Topf schmeißen. Das hat damit nichts zu tun.
    Sie fordert es auch richtig ein und wartet darauf, abgehalten zu werden für ihr großes Geschäft. Grade weil sie Stoffwindeln trägt ist das eine super Sache. Pipi macht einfach keine Flecken :D.
    Das ganze ist hauptsächlich dafür da, das Baby besser zu verstehen und dafür zu sorgen, dass das Kind das Bewusstsein für seine Ausscheidungen nicht verliert. Das passiert meistens bei Windel Kindern. Dieses „ich habe ja eh eine Windel um, ist also egal wenn ich mache“ verfestigt sich dann natürlich und das Kind zeigt auch nicht mehr an. Deshalb wird empfohlen möglichst früh damit anzufangen. Da ich mit Clara ja zuhause bin und eh den ganzen Tag auf sie achte, kann ich es ihr auch anbieten.
    Nach dem Aufstehen bin ich manchmal zu spät dran… :D. Aber das liegt dann daran, dass ich einfach nicht aus dem Bett gekommen bin ?.
    Dann wird halt tagsüber abgehalten, wenn sie „Signale gibt“ (die sind von Baby zu Baby unterschiedlich. Aber man lernt mit der Zeit das Baby zu lesen. Hab ich auch nicht dran geglaubt 😀 ) und Abends vor dem Schlafen nochmal.
    Viele Eltern kennen das bestimmt, dass junge Babys gerade dann lospinkeln, wenn man die Windel aufmacht. Das ist ein schönes Beispiel um zu zeigen, dass das Baby wirklich nicht in die Windel machen möchte, so von Natur aus.


    Und Mal evolutionär gesehen… Es gäbe nur Probleme. Babys wurden in längst vergangenen Zeiten immer von ihren Eltern getragen. Würden die Babys einfach drauf los kacken, wäre ja der Träger – also meist die Mutter – beschmutzt und das würde zu Gefahren führen, weil durch diesen Geruch dann wahrscheinlich wilde Tiere angelockt würden (ich rede da jetzt von Steinzeit und co. Heutzutage wird man vor allem hierzulande nicht mehr sehr häufig von einem Raubtier überrascht).
    Übrigens ist „Windelfrei“ in den meisten Teilen der Welt ganz normal. In Asien wird es weitestgehend durchgeführt. Und natürlich bei Naturvölkern. Aus oben genannten Gründen. (Laut Wikipedia leben 94% der Menschen in China Windelfrei)
    Wer mehr dazu wissen will dem kann ich folgende Seiten empfehlen:
    Babys ohne Windeln
    Windelfrei – was steckt dahinter?  
    Windelfrei – FAQs
    Außerdem wird es in diesen Büchern hier ganz wundervoll behandelt:
    artgerecht – Das andere Baby-Buch: Natürliche Bedürfnisse stillen. Gesunde Entwicklung fördern. Naturnah erziehen

    Es geht auch ohne Windeln!: Der sanfte Weg zur natürlichen Babypflege

    Windelfrei, gestillt und getragen: Ein Ratgeber für einen natürlichen Umgang ohne Windeln und Ersatznahrung

    Pipi.Kacka

     
     


    Ich habe ja jetzt hier nur „unsere Art und Weise“ aufgezeigt. Bin gespannt wie lange es so gut funktioniert. Und wann ich das mit dem Pipi auch in den Griff bekomme. Aber ich stresse mich da nicht und lasse es nur so nebenbei mitlaufen. Nachteile hat es jedenfalls keine soweit ich weiß ;). Also wer sich tiefer mit der Materie befassen möchte, der sollte sich mit obigen Links oder Büchern beschäftigen :). Das ist hier jetzt keine groß wissenschaftliche Anleitung meinerseits :D. Ich selbst habe bisher auch nur auf obigen Seiten gesurft und die genannten Bücher gelesen.
    Ich fasse nochmal kurz die Vorteile die es für uns hat, zusammen:

    • Stoffwindeln bleiben sauber -> weniger „eklig“ bei der Windelwäsche
    • Der Po bleibt sauber und wird nicht wund
    • Es bilden sich schwieriger Pilze oder ähnliches, wenn das „Milieu“ trocken bleibt
    • Man muss keine abgetrocknete Babykacke vom Popo kratzen
    • Man lernt sein Baby zu lesen und weiß wann es was will
    • Das Baby verliert das Gefühl für seine Ausscheidungen nicht
    • Das führt (oft – nicht immer) dazu, dass das Kind früher trocken wird
    • Das wiederum bedeutet weniger Wickelaufwand auf lange Sicht.
    • Es ist billiger. Punkt.

    Also aus Erfahrungen anderer weiß ich, dass viele „Windelfrei“ Babys sehr früh angefangen haben selbstständig zuverlässig anzuzeigen, wann sie zur Toilette müssen. Das erhoffe ich mir auch dadurch. Jetzt im Baby Alter ist es natürlich etwas aufwändiger sein Baby ständig zu beobachten, als es einfach in die Windel machen zu lassen. Aber ich denke wenn man da aufmerksam ist, hat man im Endeffekt weitaus weniger Arbeit.
    Ihr könnt ja Mal die Links oben anklicken und euch weiter rein lesen. Ich bin kein Profi und davon auch noch weit weit weg :D. Aber ich erwähne auch hier nochmal, dass das wirklich nichts mit Sauberkeitserziehung oder Töpfchen Training zu tun hat. Das wird leider sehr oft vermutet. Aber nein. Es ist nur auf das Bedürfnis des Babys, sich erleichtern zu wollen, einzugehen 🙂


    Der Freund findet die Sache übrigens noch recht befremdlich. Babys machen halt in Windeln. Als ich von meinen ersten Erfolgen berichtete („Clara hat heute ins Waschbecken Pipi gemacht!“), bestand er auf Zufall oder Wunschdenken meinerseits. Seit er sieht, dass sie wirklich immer dankend annimmt abgehalten zu werden und wirklich Pipi &Kacka macht, und auch darauf wartet, empfindet er es aber doch schon als gute Sache. Er traut sich zwar noch nicht so richtig sie abzuhalten, will es aber demnächst Mal versuchen.
    Vielleicht habe ich ja jetzt bei einigen auch Interesse geweckt sich Mal näher damit zu befassen :).
    Beim nächsten Mal schreibe ich dann Mal etwas über unsere Stoffwindeln. Ich habe ja schon von einigen Lesern gehört, dass sie sich das wünschen 🙂
    Küsschen – Mi & Clara ?

    Der kleine Milchvampir

    Ich stille. Dass es so anstrengend ist, hätte ich nie gedacht. Sowohl körperlich als auch psychisch. 
    Die ersten Tage waren die Hölle. Wirklich. Der Milcheinschuss kam erst nach 3 Tagen, was mich anfangs zunehmend verunsicherte. Da ich ja ambulant entbunden habe, kam natürlich jeden Tag meine Hebamme und hat mir gut zugeredet. 
    Auch ohne viel Milch, kommt schon die Vormilch. Sehr Kalorienreich und ausreichend fürs Baby. Der Magen von Neugeborenen ist eh sehr sehr winzig und wird in den ersten Tagen dann erst größer. Also muss man auch ohne Milch immer und immer wieder anlegen. 
    Und es tut weh. Höllisch weh. Die ersten 2 Wochen hatte ich blutige Brustwarzen. Millimeter tiefe Risse, etc. Es war echt kein Spaß. 
    Da man anfangs, um die Milchbildung anzuregen, alle 2 Stunden (nachts alle 3) anlegen soll, hatte ich mir einen Wecker gestellt. Und jedes Mal wenn der Wecker los ging, hab ich echt losgeheult. Weil ich wusste, dass es gleich wieder so weh tut. 
    Diese schlimme Phase ist jetzt zum Glück vorbei. Aber wirklich toll, finde ich das Stillen immer noch nicht. 
    Überall liest man davon, dass Frauen beim stillen total glücklich sind und sie darin total aufgehen und Erfüllung sehen. Bei mir ist das nicht so. Immer dieses Bild der selig lächelnden stillenden Mutter. Ich finde es nicht wirklich angenehm. Entweder ziept es. Oder es kribbelt unangenehm. Es macht einfach keinen Spaß. Ich freue mich, dass es meinem Baby gut geht dabei. Und ich habe Körperkontakt zum Baby, was mich auch glücklich macht. Aber das war es dann auch schon an Glücksgefühl.
    Es gibt Tage, da möchte Clara stundenlang immer wieder an die Brust. Und ja. Es setzt mir zu. 
    Aber ich liebe dieses Baby. Und Stillen ist für mich die einzig akzeptable Version, es zu ernähren. Sie nimmt gut zu. Also funktioniert alles gut. Erst das Baby. Dann ich. Und solange das Baby körperlich auf Muttermilch angewiesen ist, stecke ich eben zurück was das angeht.
    Ich weiß nicht, wie lange ich Stillen will. Auf jeden Fall das erste Lebensjahr komplett. Weil in der Zeit Milch eben notwendig ist und im Fall des Abstillens auch durch Pulvermilch ersetzt werden müsste. Das würde ich nicht freiwillig.
    Abpumpen funktioniert bei mir leider nicht. Es gibt Frauen bzw. Brüste, da kommt einfach nichts, wenn das Baby nicht dran ist. Blöd. Abpumpen wäre wirklich für manche Situationen eine gute Alternative gewesen.
    Da Clara ja so gut schläft, holt sie sich tagsüber die ganze Milch, die sie braucht. Da kann es dann schon mal sein dass ich nur 30 Minuten Pause habe zwischen den Mahlzeiten. Aber das ist schon okay. Dafür kann ich nachts schlafen :D.
    Und um ehrlich zu sein… Es ist doch so viel praktischer!
     Nachts zieh ich nur das Baby ran und schlafe dabei weiter. Ich bin ein eher fauler Mensch. In die Küche zu gehen (aufzustehen! Mitten in der Nacht!) und ein Fläschchen vorzubereiten, auf Temperatur bringen etc.  Meine Brüste habe ich unterwegs immer dabei (Überraschung! :D). Die Milch kommt schon perfekt temperiert da raus. Gar nicht auszudenken mit wie viel Gepäck ich unterwegs wäre, wenn ich Fläschchen geben würde. Milchpulver, Flaschenwärmer usw. Dazu kommt dann noch, dass Muttermilch absolut gratis ist. Ist also doch nicht so teuer wie alle behaupten, so ein Baby. Für ihre Ernährung geben wir jedenfalls keinen Cent aus :D.
    Die ganzen gesundheitlichen Vorteile von Muttermilch spare ich mir an dieser Stelle. Die sollten ja hinlänglich bekannt sein.
    Die Vorteile des Stillens überwiegen einfach. In jeder Hinsicht. Vorteile für mich und das Kind. Deshalb nehme ich eben ein paar Schmerzen in Kauf. Sonst kann ich nämlich keinen einzigen Nachteil finden. 
    Viele sagen dass es ein Nachteil wäre „ans Baby gebunden zu sein“. Aber das ist doch überhaupt kein Nachteil. Es ist doch mein Baby, dass ich liebe. Ich freue mich doch drüber wenn es bei mir sein kann. 
    Abschließend noch ein kleiner Exkurs zum Thema „Stillen in der Öffentlichkeit“.
    Ich persönlich mag es nicht so, mich beim Stillen zu zeigen. Wenn wir unterwegs sind, setze ich mich irgendwo etwas geschützter hin. Im Auto auf die Rückbank, Umkleidekabine etc. Wenn Besuch da ist, oder wir bei anderen sind, wechsel ich eben den Raum.Ich bin ja allgemein eher ungern unter Leuten. Mit entblößter Brust noch weniger :D. Aber ich esse auch nicht gerne vor anderen bzw für andere sichtbar. Dass ich mich für privateres zurückziehe liegt einfach an mir. Nicht am Stillen 🙂 
    Ich weiß zwar, dass prinzipiell nichts dabei ist. Und man auch nicht wirklich was sieht. Aber das ist glaube ich so ne Sache für die man gemacht sein muss. Also ich bin absolut pro Stillen in der Öffentlichkeit. Nur ich persönlich, muss es nicht haben ;). (Danke trotzdem allen Frauen dafür, die es tun und damit wieder zur Normalität machen!)
    Irgendwie habe ich doch ganz schön viel geschrieben… Naja. Vielleicht hast du ja trotz der Menge Text bis hier hin gelesen…
    Bis zum nächsten Mal
    Küsschen, Mi ?