Au revoir liebes Haar

Jetzt wirds haarig (Hahahaarig um genau zu sein. Okay. Ich höre schon auf mit den schlechten Witzen)!
Es ist an der Zeit sich zu verabschieden…. Wochenlang habe ich gedacht ich bleibe vom gefürchteten „Haarausfall nach der Geburt“ verschont. Seit ein paar Tagen weiß ich, dass dem nicht so ist. 
Die ganze Schwangerschaft über war das schon das schlimmste für mich, was nach der Geburt passieren wird. „Dir fallen alle Haare aus“ – „ich hatte richtig lichte Stellen“ – „man steht vorm Spiegel, greift sich in die Haare und weint“ waren nur ein paar der Aussagen die ich dazu gehört habe. 
In der Schwangerschaft hatte ich tolle Haare. Das liegt daran, dass die obligatorischen 100 Haare die man am Tag verliert, nicht verloren werden solange man schwanger ist. Klar. Hin und wieder verliert man Mal ein paar. Aber in der Regel bleibt 9 Monate alles dran am Kopf. Und nach der Schwangerschaft fällt dieser Überschuss eben wieder aus. Und durch die Hormonveränderung kommen noch ein paar dazu.
Jetzt sind ja nun Mal schon 11,5 Wochen um, seit Claras Geburt. Vor einer Woche habe ich noch den Witz gemacht, dass es diesen Haarausfall nach der Geburt nicht gibt, sondern alle so viele Haare verlieren, weil die Babys sie alle raus ziehen. Clara hält sich nämlich liebend gerne an meinen fest und zieht dran. 
Und seit ein paar Tagen ist hier alles voll. Das Kind, die Möbel. Alles. Beim Bürsten habe ich danach gefühlt mehr Haare in der Bürste als auf dem Kopf…. 
Jetzt habe ich das Glück sehr dicke bzw viele Haare zu haben. Deshalb fällt der Verlust nicht sonderlich ins Gewicht. Aber es ist schon spürbar dünner, wenn ich einen Zopf mache.
Ich flechte mir jetzt neuerdings immer einen Zopf in der Hoffnung, dass dann weniger ausfallen.. zumindest kann ich es mir so besser einreden :D.
Vom Freund am Wickeltisch höre ich immer nur „Wie kommen denn Mamas Haare in deine Windel/Socken/Hose/Mütze/Body (beliebig erweiterbar)?“. 
Ob die Phase lange anhält? Ich hoffe nicht. Ich bin es Leid, immer das Baby von meinen Haaren zu befreien :p. Reicht ja schon, dass der Hund hier seit Jahren mit seinem Haarausfall einen Haarteppich kreiert. Da müssen nicht noch meine dazwischen liegen.
Traurige Grüße
Mipunzel 

Vegan – Das ist doch ungesund!

Mittlerweile ist Vegan ja recht bekannt. Die Erklärungen was ich alles nicht essen möchte, haben zumindest in den letzten Jahren nachgelassen.
Aber um das nochmal kurz zusammenzufassen:
Ich esse weder Fleisch, Fisch, Eier noch Milchprodukte. Ja. Auch keinen Käse.
Seit fast 6 Jahren jetzt. Aus unterschiedlichen Gründen. Zum einen habe ich eine entzündliche Arthritis. Die ist durch die vegane Ernährung weitaus besser geworden. Und auf der anderen Seite auch aus Ethik- und Umweltgründen.
Dass die vegane Ernährung ungesund ist, hört man ja oft. Und viele die sich nicht mal ansatzweise vegan ernähren, werden direkt zum Ernährungsexperten, wenn das Gegenüber sich als Veganer outet. Plötzlich wird sich um Proteine und Co. gesorgt.
Nochmal schlimmer wird das ganze, wenn man schwanger ist. Dann hat plötzlich jeder einen noch besseren Rat. Ob Familie oder Freunde. Die erste Frage war von vielen „Ernährst du dich weiterhin Vegan?“. Gefolgt von „Das ist doch gefährlich fürs Kind!“.
Mein Gynäkologe ist ein echter Glücksgriff was das angeht. Er hat schon recht viele schwangere Veganerinnen betreut und somit alle Vorurteile ablegen können. Die Kinder und Mütter waren immer gesund.
Auch meine Hebamme hatte keinerlei Bedenken und ist gar nicht weiter drauf eingegangen.
Jetzt muss man aber auch sagen, dass man nicht einfach blind 9 Monate lang Pommes mit Ketchup und Nudeln mit Tomatensoße essen sollte. Vegane Ernährung in der Schwangerschaft kann durchaus schädlich für Mutter und Kind sein. Das möchte ich gar nicht bestreiten. Ausgewogene Ernährung ist wichtig. Immer. Nicht nur in der Schwangerschaft, aber grade dann besonders. Aber auch für „Nicht Veganer“ (man nennt sie auch Omnis; Omnivore = Allesfresser) sollte eine ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft wichtig sein. Es ist in meinen Augen sehr schade dass jemand der sich Vegan ernährt, mit viel Gemüse, Getreide und co. sich immer wieder vorwerfen lassen muss, seinem Kind zu schaden. Und im Gegensatz dazu bei Schwangeren Omnis nicht mal mit der Wimper gezuckt wird, wenn sich ausschließlich von Bratwurst, Schokolade und Gummibärchen ernährt wird. Aber so ist das eben heutzutage.
Jetzt muss ich aber auch zugeben, dass ich Hintergrundwissen habe. Seit 1,5 Jahren arbeite ich nämlich als selbstständige Ernährungsberaterin.


Bei Veganer Ernährung ist die Supplementierung von Vitamin B12 unumgänglich. Das kommt einfach in pflanzlichen Lebensmitteln nicht vor.
Vitamin B12 wird von Mikroorganismen produziert. Auch der eigene Darm produziert welches. Aber von da aus, kann der menschliche Körper das nicht verwerten. Also muss er es zuführen. Ich spritze es mir selbst, einmal im Monat. Man kann es natürlich auch über Tabletten aufnehmen, wenn man keine Aufnahmestörung hat. Die Variante mit den Spritzen ist mir persönlich lieber, da ich daran nicht so oft denken muss und auf der sicheren Seite bin. Kleiner Pieks. Subkutan in die Bauchfalte. Und schon habe ich wieder einen Monat Ruhe.
b12.PNG
Fast alle Artikel etc. die von Veganer Ernährung in der Schwangerschaft abraten, weisen immer wieder auf das B12 als Grund hin. Aber wie gesagt. jeder der sich verantwortungsvoll vegan ernährt, nimmt auch ohne Schwangerschaft B12 und ist somit auf der sicheren Seite.


Eventuell problematisch könnte noch der Eisenwert sein. Meiner ist regelmäßig an der unteren Grenze, aber noch nicht im Mangel. Ich esse eisenhaltig und trinke jeden Morgen so einen Saft zur Eisensupplementierung.
Wenn man auf Vitamin B12 und Eisen also ein Auge hat und sich sonst relativ ausgewogen ernährt, dann steht einer veganen Ernährung in der Schwangerschaft nichts im Wege. Wenn man sich lieber hauptsächlich von Fast Food ernährt und keinerlei Interesse hat gewisse Vitamine und Mineralstoffe aufzunehmen, dann würde ich ganz klar davon abraten. Dann wird es nämlich wirklich gefährlich.
Allerdings muss man sich ein dickes Fell zulegen, weil jeder mit einem guten Rat um die Ecke kommt. Jeder hat plötzlich „was gelesen“ und weiß, dass man dem Kind schadet… Da muss man einfach drüber weghören. Auch meine Tätigkeit als Ernährungsberaterin und mein damit verbundenes Vorwissen, hat niemanden beruhigt.
Ich habe mir dann einfach irgendwann angewöhnt mit den Augen zu rollen und das Thema zu wechseln.  Spart Zeit und Nerven.
Falls du Interesse an veganer Ernährung und Rezepten hast, habe ich hier nochmal meinen Kochblog verlinkt: KLICK
Wenn du Fragen hast, gerne in die Kommentare!
Danke fürs Lesen!
Deine Mi