10 Punkte, warum es für mich wunderbar ist, zu Stillen 

Ich stille jetzt seit über 10 Monaten. Das ist für viele schon „zu lange“. viele andere wiederum, können viel längeres Stillen „vorweisen“. 
Wie lange wir noch stillen, kann ich nicht sagen. Allerdings kann ich schon erzählen, was am Stillen für mich so wunderbar ist.
Ich hatte viele Startschwierigkeiten und aufgrund meiner rheumatischen Erkrankung habe ich immer noch keinen Tag, an dem mir das Stillen nicht körperlich schmerzt. Manchmal zum Glück nur ein wenig. An anderen Tagen mehr. Warum ich das trotzdem gerne mitmache, habe ich hier jetzt aufgelistet. 

1. Stillen verbindet Mutter und Kind. 
Körperlich und psychisch. Es klebt beim Stillen ja schließlich an einem. Ich mag das. Das ist so viel besser, als nur zu kuscheln.
2. Das Kind wird durch den Körper der Mutter versorgt.
Ich bin stolz auf mich und meinen Körper. Die ersten Monate in denen mein Kind noch nichts gegessen hat, war einzig und allein ich – bzw mein Körper – dafür verantwortlich, dass mein Kind gesund und munter ist. Das gibt mir ein unglaubliches Gefühl. 
3. Stillen ist Liebe.
Wenn ich meinem Baby beim Stillen in die Augen schaue oder über die Wange streichel platze ich beinahe vor Glück und bedingungsloser Liebe.
4. Stillen ist unfassbar praktisch
Man muss nichts mitschleppen. Brüste raus und fertig. Die sind on Board. Serienmäßig. Ich habe alles was ich zum Stillen brauche, immer dabei. Nachts kommt hinzu, dass man nicht aufstehen muss. Praktisch eben.

5. Stillen ist günstig

Es kostet keinen Cent. Das Kind wird satt oder stillt seinen Durst. Und zwar ganz gratis. Wenn ich im Drogeriemarkt an dem „Kindermilch“ Regal vorbei gehe wird mir ganz schwindelig. 
6. Stillen entspannt
Beim Stillen wird bei der Mutter Prolaktin ausgeschüttet. Das ist ein Hormon und eben dieses ist dafür verantwortlich, dass man gelassener ist. 
7. Stillen ist gesund! Für die Mutter…
Stillen senkt das Risiko der Mutter für Brust- und Eierstockkrebs sowie für Osteoporoseerkrankungen. Außerdem senkt Stillen das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes Typ II und Übergewicht.
8. und das Kind!
Die Muttermilch ist voller Antikörper und es wurde in mehreren Studien bewiesen, dass langes Stillen das Allergie und Asthmarisiko gering hält.  Laut Untersuchungen vom St. George Krankenhaus in Tooting weisen Stillbabys gesündere Herzen und niedrigere Cholesterinwerte auf, wenn sie dann erwachsen sind. Da die Muttermilch keine Saccharose enthält, haben Stillbabys außerdem seltener Karies.
9. Stillen erhöht den Grundumsatz. 
Ja okay. Wirklich wichtig ist der Punkt nicht… Aber ich habe nach der Schwangerschaft so viel abgenommen. Das ist höchstwahrscheinlich darauf zurück zu führen, dass der Körper mehr Kalorien verbraucht. Es ist ein netter Nebeneffekt.
10. Stillen festigt die Bindung
Beim Stillen wird das Glückshormon Oxytocin freigesetzt. Das stärkt die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind. Schon der Geruch von Muttermilch sorgt für Entspannung beim Baby.
……

Ich beziehe mich hier auf mich. Und mein Baby. Und unsere Stillbeziehung. Das ist alles nicht allgemein gültig und jeder darf und soll es handhaben wie er es für sich für richtig hält. 

Zu wenig Milch? Meistens ist das nicht der Fall! 

Ich lese und höre überall nur noch Sachen wie „ich hatte zu wenig Milch ich musste zufüttern“ oder „mein Baby wurde nicht satt“. Bestimmt bei 80% der frischen Mamas mit denen ich gesprochen habe, war das der Fall. Und es kam oft Neid auf, wenn ich erzählt habe, dass ich nicht zugefüttert habe. Man hätte ja so gerne ausgereicht für sein Baby.
Ich habe bevor ich diesen Beitrag geschrieben habe, etwas recherchiert (hier zum Beispiel: Klick) und mit Stillberaterinnen gesprochen. Auf deren Aussagen beziehe ich mich nachfolgend. 
Ich richte mich hierbei an die, denen Stillen auch so wichtig ist wie mir und die Pulvermilch mit allen Mitteln umgehen wollen. Ich hatte sogar letztens einen Alptraum und bin weinend aufgewacht, weil ich geträumt hatte, das jemand Clara Pulvermilch gegeben hat. Es ist für mich wirklich… Schrecklich.
Es gibt wohl nur 5% Frauen, die wirklich zu wenig Milch haben. Das kann von Hormonerkrankungen oder anderen Einflüssen Kommen. Auch kann es beim Baby anatomische Probleme wie verkürzte Zungenbändchen o.ä. geben, was dazu führen kann, dass nicht ausreichend „bestellt“ werden kann, durch falsche Technik beim Trinken.
Dann sollte man natürlich und unbedingt zufüttern. 
Allerdings wird meiner bescheidenen Meinung nach, viel zu schnell zugefüttert, bzw dazu geraten.
Babys Clustern anfangs oft und viel. Ich hatte teilweise Tage, da hatte ich sie 20/24 Stunden an der Brust. Aber das ist nicht, weil sie nicht satt wurde, sondern weil sie „bestellt“. Durch das Clustern reguliert sich die Milchmenge und passt sich ans Baby an. Das vergeht also wieder. Und es gibt immer Mal wieder Phasen in denen ein Baby Clustert. Einfach weil der Bedarf sich verändert.
Viele setzen das halt leider mit „nicht satt werden“ gleich. Und dann kommt das Problem.
Wenn man zufüttert, bekommt die Brust nicht mehr genug Impulse, um mehr zu produzieren. Und produziert weniger. Und dann wird das Baby womöglich wirklich nicht mehr satt. Dann steckt man in der sogenannten Zufütterungsfalle. Auch wenn man mit Stillhütchen stillt, kann es passieren, da die Brust auch nicht die Impulse bekommt, die sie braucht. Und dadurch zu wenig Milch produziert wird und somit zu wenig ins Baby kommt. Schnuller erhöhen das Risiko ebenso.

www.der-apfelgarten.de


Also liebe (werdenden oder frischen) Mamas. Lasst euch nichts voreilig einreden und wendet euch lieber an eine ausgebildete Stillberaterin (keine Hebamme!), bevor ihr zufüttert. Wenn diese das dann auch noch empfiehlt, dann könnt ihr euch sicher sein, dass es wirklich notwendig ist. Aber wie oben schon gesagt, äußerst selten der Fall. Der Rest hat prinzipiell genug Milch! Sie muss nur vom Baby bestellt werden. 
Wer wirklich zufüttern muss, aber weiter Stillen will, sollte das am besten mit einem Brusternährungsset oder anderen Stillfreundlichen Methoden wie einem Löffel. Mit gängigen Fläschchen könnte man im schlimmsten Fall eine Saugverwirrung auslösen. Auch hierfür ist die Stillberaterin die richtige Ansprechpartnerin. Ich verlinke weiter unten gleich noch ein paar Seiten, auf denen ehrenamtliche Stillberaterinnen zu finden sind.
Mir wurde es von Kinderarzt und Hebamme geraten, weil „es ja nicht sein könne dass man 8 Stunden am Stück stillt“. Hätte ich mich nicht im Vorfeld viel mit dem Thema beschäftigt und gute Freundinnen an der Seite, die sich auskennen, hätte ich mich womöglich auch zum zufüttern entschieden. 
Und ja. Diese Tage an denen so viel gestillt wurde, waren alles andere als leicht. Aber die gingen auch vorbei.
Aber man muss es halt wissen. Natürlich sind viele verunsichert, wenn einem plötzlich alle zum zufüttern raten, nur weil das Baby oft an die Brust will. 
Aber im Grunde ist es so… Je mehr man anlegt, desto mehr wird produziert. Solange die Windeln nass sind, kommt auch genug rein. Eine Dehydrierung aufgrund von zu wenig Milch, bemerkt man schnell. Nicht erst, wenn es gefährlich wird. Und dann kann man immer noch frühzeitig gegensteuern.
Viele kaufen auch schon vorher Fläschchen und Pulvermilch. „Für den Notfall“. Wenn ihr wirklich unbedingt Stillen wollt. Meiner Meinung nach… Lasst es. Wenn es wirklich der Fall sein sollte, bekommt man auch in der Notdienst Apotheke rund um die Uhr alles was man braucht. Auch schnell genug, kein Baby dehydriert unbemerkt innerhalb einer halben Stunde.
Wenn man sowas da hat, kommt man viel leichter in Versuchung und gibt sich vielleicht unterbewusst „weniger Mühe“. 
 Dann sieht man es vermutlich als Erleichterung, wenn das Baby nach der Flasche Pulvermilch endlich Mal schläft und „satt“ wirkt. Das Baby ist dann aber nur übersättigt und schläft deshalb. Klar, ein schlafendes Baby ist ein verlockendes Argument für übermüdete Mütter. Kann ich auch voll nachvollziehen. 
Aber das alles schadet nun Mal der Stillbeziehung. Je öfter das Baby „woanders“ trinkt, desto weniger Milch wird produziert. Das sollte man sich vorher klar machen.
Anfangs hatten auch wir Probleme. Ich hatte erst am dritten Tag Milcheinschuss und hatte große Angst, dass da nicht genug kommt. Auch habe ich Clara mehrere Stunden am Stück gestillt. Und weil sie ein sehr müdes Baby war, musste ich sie oft wecken, damit ich sie stillen konnte. Das war anfangs alle 2 Stunden. Außerdem habe ich mich fast ausschließlich mit Malzbier betrunken​ – das wirkt sich Positiv auf die Milchbildung aus. Es ist hart. Das will ich auch gar nicht beschönigen. Und wer dafür keine Kraft aufbringen kann, der soll auch guten Gewissens zufüttern. 
Ich kann da nur von mir sprechen, aber mir ist es unfassbar wichtig zu Stillen. Und das auch erfolgreich. Ich lag hier tagelang weinend mit dem Baby an der Brust und der Angst, es würde nicht reichen und nicht klappen. 
Und jetzt nochmal kurz zu dem gesundheitlichem Nachteil vom zufüttern fürs Baby. Also es ist nicht „Mal kurz eine Flasche dann gehts allen besser“. Diese Flasche verändert nachhaltig die Darmflora des Babys. 
Mehr zum Thema Darm und Stillen könnt ihr hier beim Klick hierauf nachlesen. Das sprengt jetzt hier den Rahmen :).
Hier noch die Links wo ihr Stillberaterinnen findet, wenn ihr Hilfe benötigt:

    Alles Liebe
    Küsschen
    Mi & Clara ?

    (Und wie immer… Meine Ansichten und Meinungen​ sind nicht allgemeingültig.)

    Au revoir liebes Haar

    Jetzt wirds haarig (Hahahaarig um genau zu sein. Okay. Ich höre schon auf mit den schlechten Witzen)!
    Es ist an der Zeit sich zu verabschieden…. Wochenlang habe ich gedacht ich bleibe vom gefürchteten „Haarausfall nach der Geburt“ verschont. Seit ein paar Tagen weiß ich, dass dem nicht so ist. 
    Die ganze Schwangerschaft über war das schon das schlimmste für mich, was nach der Geburt passieren wird. „Dir fallen alle Haare aus“ – „ich hatte richtig lichte Stellen“ – „man steht vorm Spiegel, greift sich in die Haare und weint“ waren nur ein paar der Aussagen die ich dazu gehört habe. 
    In der Schwangerschaft hatte ich tolle Haare. Das liegt daran, dass die obligatorischen 100 Haare die man am Tag verliert, nicht verloren werden solange man schwanger ist. Klar. Hin und wieder verliert man Mal ein paar. Aber in der Regel bleibt 9 Monate alles dran am Kopf. Und nach der Schwangerschaft fällt dieser Überschuss eben wieder aus. Und durch die Hormonveränderung kommen noch ein paar dazu.
    Jetzt sind ja nun Mal schon 11,5 Wochen um, seit Claras Geburt. Vor einer Woche habe ich noch den Witz gemacht, dass es diesen Haarausfall nach der Geburt nicht gibt, sondern alle so viele Haare verlieren, weil die Babys sie alle raus ziehen. Clara hält sich nämlich liebend gerne an meinen fest und zieht dran. 
    Und seit ein paar Tagen ist hier alles voll. Das Kind, die Möbel. Alles. Beim Bürsten habe ich danach gefühlt mehr Haare in der Bürste als auf dem Kopf…. 
    Jetzt habe ich das Glück sehr dicke bzw viele Haare zu haben. Deshalb fällt der Verlust nicht sonderlich ins Gewicht. Aber es ist schon spürbar dünner, wenn ich einen Zopf mache.
    Ich flechte mir jetzt neuerdings immer einen Zopf in der Hoffnung, dass dann weniger ausfallen.. zumindest kann ich es mir so besser einreden :D.
    Vom Freund am Wickeltisch höre ich immer nur „Wie kommen denn Mamas Haare in deine Windel/Socken/Hose/Mütze/Body (beliebig erweiterbar)?“. 
    Ob die Phase lange anhält? Ich hoffe nicht. Ich bin es Leid, immer das Baby von meinen Haaren zu befreien :p. Reicht ja schon, dass der Hund hier seit Jahren mit seinem Haarausfall einen Haarteppich kreiert. Da müssen nicht noch meine dazwischen liegen.
    Traurige Grüße
    Mipunzel