Windelfrei – Was brauche ich?

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Um „Windelfrei“ oder – wie ich es lieber nenne – „natürliche Säuglingspflege“ zu betreiben, braucht man im Grunde nicht viel. Es zeichnet sich ja dadurch aus, dass man eben verzichtet bzw es genauso macht, wie es von der Natur vorgeben wurde – Töpfchen wachsen schließlich auch nicht an Bäumen ?.

Allerdings gibt es ein paar Dinge, die einem alles erleichtern können.

Die meisten „Windelfreien“ betreiben es nur in Teilzeit und kombinieren mit Stoffwindeln.

Das generelle Stoffwindelthema wäre hier zu viel, aber es gibt auch einige Stoffwindeln, die extra für Windelfrei konzipiert sind.

Außerdem gibt es spezielle Windelfrei Kleidung, die das ganze erleichtern kann.


Was brauche ich?

1. Baby

Alter und Abmessungen egal – ohne Baby kein Windelfrei ?. Starten kann man direkt nach der Geburt.

2. Abhaltetöpfchen

Da gibt es eine große Auswahl. Für Windelfrei wird klassisch ein Asia Töpfchen empfohlen. So eins kann man sich gut zwischen die Oberschenkel klemmen während man das Baby abhält. Emaille Töpfchen wären eine plastikfreie Alternative. Im Grunde kann man auch eine Rührschüssel nehmen, die oben abgerundet ist.

Wenn das Baby es flauschig am Po mag, kann man für die meisten Töpfchen noch einen passenden Bezug dazu erwerben.

Asiatöpfchen

Emaille Töpfchen

Bezüge

3. Minimalwindeln, Mullwindeln

Minimalwindeln werden die Stoffwindeln genannt, die sich besonders zum Abhalten eignen.

Die gibt es entweder mit schützender Schicht oder auch nur als Windelgürtel, mit dem man eine Mullwindel für kleine Unfälle am Baby befestigt.

Gibt es bei Die besten Stoffwindeln oder Ananas Stoffwindeln

4. Wasserdichte Unterlagen

Um dem Baby viel Zeit ohne Windel zu ermöglichen, sind wasserdichte, aber dennoch weiche, Unterlagen eine gute Investition.

Fürs Bett (wenn man nachts Windelfrei betreibt) als auch auf dem Sofa, der Krabbeldecke usw.

Moltonunterlagen

5. Babystulpen

Wenn das Baby Zuhause viel ohne Windel sein soll, sind Babystulpen eine gute Möglichkeit, damit die Beine warm bleiben, ohne dass es eine Hose tragen muss.
Stulpen gibt es von verschiedenen Herstellern in vielen Farben und Materialien.

Hoppediz Stulpen

6. Windelfrei Kleidung

Anstatt eines Schlafsacks hat sich ein unten offenes Nachthemd gut bewährt. Kann man dem Baby die ersten Wochen auch tagsüber anziehen, dann ist es immer gut angezogen.
Unten offene Hosen, Splitpants etc erleichtern das abhalten und sind für die windelfreien Momente eine echte Erleichterung.

Außerdem gibt es noch. Overalls, Strampler und so weiter. Kleider gehen auch immer gut!

Es gibt auch gute Schnittmuster, falls man nähen kann und will.

Und auch einige Shops die Windelfreikleidung nähen.

Empfehlen hierfür kann ich Pipifax

Splitpants

Shirt

7. Waschmaschine, Wetbags etc.

Die hat wahrscheinlich eh jeder Zuhause, aber es wird potentiell mehr Wäsche anfallen als vorher ?. Ob man Windeln oder Hosen wäscht ist ja prinzipiell egal.

Dann gibt’s noch die ganzen Läppchen vom Popo abputzen und die Tücher vom Pfützen aufwischen.
Zur Aufbewahrung bis zum waschen bewährt sich ein Wetbag im Eimer oder ein einfacher Wäschekorb.

Man sollte mit einem Vollwaschmittel bei mindestens 60°C waschen.

Foxy Baby Wäschesack

Waschmittel

8. Bücher zum Thema Windelfrei

Braucht man natürlich nicht, aber wer sich gern noch etwas einliest ist mit folgenden Büchern ganz gut bedient:

Artgerecht

Das artgerecht Baby Buch enthält ein großes Kapitel zum Thema Windelfrei. Der Rest ist aber auch sehr lesenswert.

Es geht auch ohne Windeln

Baby ohne Windeln

Windelfrei? So geht’s!

Windelfrei, gestillt und getragen

Baby Lulu kann es schon

Ein Kindersachbuch um Windelfrei schnell und einfach zu erklären. Auch für Erwachsene ?

Windelfrei einfach und mit Spaß

Pipi. Kacka

Probier’s Mal ohne Windel

9. Unterwegs Lösung

Ein Töpfchen für unterwegs kann hilfreich sein. Eine verschließbare Dose reicht in der Regel. Wer es platzsparender haben will, kann einen faltbaren Behälter nehmen.

Oder ein richtiges tragbares Töpfchen, davon hat man sehr lange etwas, aber ist beim kleinen Baby natürlich noch nicht so ideal zum abhalten.

Faltbare Dose mit Deckel

Faltbarer Napf

My carry potty

10. Waschlappen, Stoffläppchen, Feuchttücher aus Stoff

Zum Popo abputzen. Kann man nass machen, muss man aber nicht ?

Waschlappen

Feuchttücher


Was man nicht braucht:

1. Wegwerfwindeln

Natürlich könnte man theoretisch auch mit wegwerfwindeln „Windelfrei“ machen.

Aber da meist nur ~1 Pipi in die Windeln geht, ist es ökologischer Unsinn dafür Wegwerfwindeln zu verwenden.

2. Disziplin

Windelfrei soll eine Erleichterung sein. Und nicht stressen. Pfützen kann man aufwischen, Windeln waschen. Druck hilft niemandem. Was daneben geht, geht eben daneben.

3. Wundschutzcreme

Dadurch, dass das Baby nahezu nie in seinen Ausscheidungen liegt, wird es höchstwahrscheinlich auch nie wund.


Hier noch einige Shops, bei denen ihr alles benötigte bekommt

Mokoshop

Die besten Stoffwindeln

Ananas Stoffwindeln

Foxy Baby

Windelmanufaktur

Abhala

Blumenkinder


Viel Spaß ohne Windeln!

Das Baby und die Toilette – ein Update

Wir haben ja schon länger nicht davon berichtet wie unser „Windelfrei“ klappt, deshalb hier ein kurzes Update. Es ist wieder Babykacke Content enthalten, wer davon nichts lesen möchte, hört hier besser auf ;).

Falls du jetzt zum ersten Mal davon liest gibt es hier meinen Beitrag, der das Konzept erklärt: Klick
Und hier den ersten Zwischenbericht: Klick 
Jetzt zur aktuellen Lage… Erstmal die Eckdaten: Sie ist immer noch ein voll gestilltes Baby und bekommt bisher nichts zu essen.
Es klappt so wunderbar! Clara hat allerdings mehr oder weniger aufgehört, zu signalisieren. Sie wartet einfach ab, ob sie abgehalten wird. Pipi geht immer noch recht häufig in die Windel. Kacka fast nie. 
Ich gehe sie intuitiv wickeln und biete ihr beim Wickeln an, zu machen. Oft ist die Windel gänzlich trocken und sie nimmt das Angebot dankend an und Pipi oder mehr, geht in die Toilette. Abhalten passiert also in Standard Situationen, das heißt, dass ich nach dem Aufwachen, wenn wir nach Hause kommen/bevor wir wo hin fahren, nach dem Tragen, vor dem Mittagsschlaf, usw einmal die Windel checke. Und zwischendurch nach Gefühl ?.
Die Stoffwindeln laufen eigentlich nie über und Kacka ist maximal einmal die Woche drin. Aber auch das nur Zuhause. Und da ist es auch „interessant“ zu sehen, wie sie das handhabt. Sie drückt einmal ein kleines bisschen in die Windel. Offenbar weil ich ihre Aufforderung zur Toilette zu gehen, anders nicht wahrgenommen habe… Dann kommt die Windel aus und der Rest geht ins Klo. Also auch dann wartet sie noch, bis zum abhalten. Ist super praktisch. Weil selbst wenn sie Mal Kacka macht, läuft die Windel nicht über.
Unterwegs macht sie Pipi in ihre Windel. Ich glaube, wenn sie nach dem Tragen im Autositz ist… In der Trage bzw im Tuch, wird nämlich grundsätzlich kein Pipi gemacht. Mehr schon gar nicht. Wenn sie darin unruhig wird, bin ich fast sicher, dass die Blase drückt.
Wir sind sehr zufrieden wie es klappt. Klar gibt es auch Mal einen erfolglosen Tag an dem nicht jedes abhalten „erfolgreich“ ist. Aber das wichtigste ist, das ganze entspannt anzugehen und keinen Druck zu machen, dass alles immer treffen muss. Damit hat man schon viel gewonnen 🙂
Ihr Papa ist auch immernoch mit von der Partie und hält sie bereitwillig ab. Er erkennt auch hin und wieder, wenn sie Mal muss. Wenn er sie in der Trage hat, sowieso. 
Da wir demnächst mit der Beikost anfangen, gibt es dann ein neues Update, wie sich veränderte Nahrung auf ihr Toilettenverhalten auswirkt.
Küsschen ?
Mi & Clara

Windelwaschtag!

Es geht hier jetzt um das Waschen von Windeln, von meinem Baby, welches noch ausschließlich gestillt wird. Wie sich das dann verhält, wenn es richtiges Essen gibt, werde ich dann zu gegebener Zeit erzählen. Außerdem haben wir nur All in Ones, Pockets und All in 3 Windeln. Andere Stoffwindelsysteme wäscht man natürlich auch wieder anders.
Heute ist Montag. Na gut. Gestern war Montag. Ich habe mir angewöhnt, Montags und Freitags die Windeln zu waschen. Meist sind dann so um die 20 Windeln in der Waschmaschine. Und etwa 10 habe ich noch im Schrank. Damit komme ich aus, bis die Wäsche fertig ist.
In der Zwischenzeit liegen sie in einem Plastik Einkaufskorb. Bisher stinkt nichts in dem Zeitraum, ist wohl gut genug belüftet.

Also… wie wasche ich diese Windeln jetzt? Ich hab mich auf mehreren Seiten eingelesen und alle empfehlen etwas anderes. Mal Pulver Waschmittel mal flüssiges. Waschmittel mit Bleiche und ohne Bleiche. Enzyme im Waschmittel dürfen mal drin sein und mal nicht. Dass die Empfehlungen da alle so konträr sind zeigt, dass man wohl selbst herausfinden muss, was gut funktioniert.
Also nehme ich stinknormales Vollwaschmittel. Pulver. Das sensitiv von dm. Das nutze ich auch für alle anderen Dinge, die ich waschen muss.
Vor dem Waschen schließe ich alle Klettverschlüsse. Die Einlagen lasse ich drin, die fallen beim Waschen eh raus. Wenn ich IKEA Waschlappen als Einlage nehme, kommen die in den Korb für 60℃ Wäsche.
Alles andere kommt bei 40℃ in den Kurzwaschgang. Mit Vorwäsche. Manchmal auch noch extra Spülen. Und hin und wieder eine Runde bei 60℃. Bisher ist weder etwas ausgeblichen, noch hat anderweitig Mängel abbekommen.
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Die Vorwäsche ist wichtig. Da wird erstmal alles ausgespült, danach das Wasser abgepumpt und zum Hauptwaschgang kommt neues Wasser dazu. Kurzwaschgang reicht bisher. Dazu steht auch immer wieder anderes auf Stoffwindelseiten. Manche machen es, manche nicht. Aber da die Maschine nur halb voll ist, denke ich es reicht allemal.
Wichtig ist, dass man keinen Weichspüler benutzt. Dann saugen die Windeln nicht mehr so gut.
Die Schleuderzahl stelle ich auch etwas runter.
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Bisher fahre ich so sehr gut. Alles ist sauber. Weder Waschmaschine noch Wäsche riechen nach dem Waschen. Flecken Sind auch keine mehr da.
Man könnte die Windeln zwar theoretisch auch in den Trockner werden und auf niedriger Hitze dort trocknen, aber das ist eigentlich nicht notwendig. Und sie leiden dort schon ein wenig.
Ich hänge sie nach dem Waschen einfach auf. Das dauert keine 5 Minuten. Und je nach Windel sind die dann ein paar Stunden später wieder trocken.
Die All in Ones brauchen zum trocknen etwas länger, als die, bei denen Einlagen und Windel getrennt voneinander trocknen können. Spätestens am nächsten Tag ist jedoch alles trocken.
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Also lange Rede kurzer Sinn. Wie man die Windeln genau waschen muss, sollte man am besten selbst herausfinden. Die Hersteller geben eine Empfehlung zum Waschen ab, die kann man als grobe Richtlinie sehen.
Also so ein großer Aufwand ist das Waschen gar nicht. Wenn man zeitlich alles zusammenrechnet, was man effektiv als Arbeit hat – vom Waschmaschine einstellen, bis zum abhängen – kommt man auf gute 20 Minuten. Das ganze zwei mal in der Woche. Dauert also auch nicht viel länger, als Windeln kaufen zu fahren. Wenn also der „zeitliche Aufwand“ dich bisher von Stoffwindeln abhalten sollte… Überleg es dir nochmal ?.
Bis zum nächsten Mal
Küsschen
Mi & Clara?

Der Hund signalisiert schon, wenn er raus muss!

Hä?
Was haben Hunde jetzt mit dem ganzen Babykram zu tun?
Um folgenden Text besser zu verstehen, solltet ihr meinen Beitrag zum Thema Windelfrei gelesen haben. Sonst versteht man womöglich nur Bahnhof. Falls ihr das nicht habt, findet ihr den hier: Klick
Ich war letztens Mal wieder dabei durch Facebook zu scrollen und habe in einer Gruppe die sich um Hundetraining dreht, einen Beitrag gefunden der da lautete „Wann gibt mein 5 Monate alter Welpe das Signal, dass er muss, damit ich raus gehen kann?“ 
Die Antworten waren alle nachvollziehbar und logisch. Hier eine Auswahl:

  • „Der Hund signalisiert schon von Anfang an, du musst ihn nur beobachten“
  • „Das kommt von ganz alleine, man muss es nur beobachten“
  • „Wenn du keine Signale siehst, kann es sein, dass der Hund aufgegeben hat Signale zu geben, weil du sie von Anfang an ignoriert hast“
  • „Geh doch immer nach dem Essen, Spielen und Schlafen raus“ 
  • „Der Hund wird schon irgendwie auf sich aufmerksam machen, der will schließlich nicht in seinen Ausscheidungen liegen“ 

Und noch einiges mehr.
Schon was bemerkt? Das sind Antworten, die genauso in der Windelfrei Gruppe hätten auftauchen können. Bzw wenn man „der Hund“ durch“das Baby“ ersetzt, haben wir eine schöne Sammlung von Tipps und Tricks zum Thema Ausscheidungskommunikation (Windelfrei). 
Da hab ich mich doch gefragt, warum man bei Hunden die Sache so selbstverständlich sieht und denen von Anfang an zutraut, sich zu melden und vor allem, nicht dort machen zu wollen wo man schläft. 
Babys wird das nicht zugetraut… Babys machen eben in die Windel. Babys sind klein und unselbstständig. Babys können nichts signalisieren. 
Merkwürdig oder? Dass es bei Hunden sofort einleuchtend klingt, aber bei Babys nicht? Weil sich das Bild von dem hilflosen Baby heutzutage so in den Köpfen festgesetzt hat… 
Jetzt noch ein bisschen zu unserer aktuellen Lage was Windelfrei angeht. Wir haben Tage, da geht fast nichts in die Windel. Und wir haben Tage, da geht nichts außerhalb der Windel. Aber das ist wie gesagt nicht schlimm. Wir bieten Clara weiter bei jedem Wickeln an, sich zu erleichtern. Tut sie es nicht, bekommt sie eben wieder die Windel an.
Manchmal bemerke ich auch einfach ein Signal nicht und hinterher denk ich „Oh. Ja. Mist. Ich hätte es wissen müssen.“ Aber dann wird eben der Popo sauber geschrubbt ?.  Ich habe sie jetzt auch schon ein paar Mal nackig auf einer wasserdichten Unterlage beobachtet, um ihre Pipi Zeichen zu finden… Aber da komme ich bisher nicht weiter ?.
Wir haben jetzt ein „Töpfchen“ für nachts bzw morgens früh. Damit wir im Halbschlaf nicht in das helle Badezimmer müssen.
Mit Töpfchen meine ich Rührschüssel. Es gibt ja extra zum Abhalten sogenannte Asia Töpfchen. Aber die sind auch nur eine Schüssel mit Rand, müssen aber bestellt werden. Deshalb haben wir uns für eine einfache Schüssel mit Rand entschieden. Erfüllt genauso den Sinn und Zweck.

Der Freund macht übrigens schon fast begeistert mit. Als ich den letzten Beitrag hierzu geschrieben hatte, war er ja noch sehr skeptisch. Er geht freiwillig immer beim Wickeln zur Toilette mit ihr. Dann machen die beiden Quatsch und lachen sich im Spiegel an, wenn er Clara übers Waschbecken abhält. 
Er war letztens sogar ein bisschen enttäuscht, dass er die Signale nicht richtig deuten kann. Aber ich ja manchmal auch nicht. Ist nicht schlimm. Hab ich aber toll gefunden, dass er jetzt so schon dabei ist. Er möchte auch noch das Buch lesen in dem das alles noch etwas näher erklärt und vor allem begründet wird. 
Ich bin ein bisschen stolz auf so einen tollen Freund :). Dass er auch so toll mit macht und vieles auch von sich aus mittlerweile gut findet und nachvollziehen kann, was er vor ein paar Wochen noch als utopisches Wunschdenken abgetan hat…. :D.

Hier noch eine Anekdote aus dem Pipi Kacka Bereich … 
Gestern Abend als Clara anzeigte, dass sie groß muss, habe ich sie ihrem Papa in die Hand gedrückt. Der ist nach Feierabend immer dran sich um Babys Geschäfte zu kümmern. 
Also Papa zum Wickeltisch, Windel ausgezogen und „unten ohne“ Richtung Badezimmer marschiert.
Clara weiß ja mittlerweile „wenn wir anhalten darf ich drücken“ und hält solange auch an. (Soviel zum Thema Babys könnten ihren Schließmuskel nicht kontrollieren 😉 )
Der Papa ist aber nicht auf direktem Weg ins Bad sondern hat sich im Flur erstmal damit beschäftigt den Hund raus zu lassen (in den Garten). Also. Baby unterm Arm und – stehen bleiben. 
Clara dachte sich wohl „Jippi, wir sind stehen geblieben, also darf ich.“
Und mit einem lauten Pups, landete alles auf dem Flurboden und Papas Füßen :D.
Ich habe mir das ganze Spiel grinsend aus dem Wohnzimmer angeschaut und mich über mein schlaues Baby gefreut ?.

Clara ist übrigens schön 16 Wochen alt. Ganz schön erschreckend, wie schnell die Zeit vergeht… 
Ich erzähle euch beim nächsten Mal, wie Clara sich verändert hat. Was sie mittlerweile alles kann usw. Bis dahin.. 
Küsschen, Mi & Clara ?

Wir sind dann Mal auf der Toilette!

Jetzt geht es um Babykacke. Wer nichts zu Babykacke lesen möchte, sollte nicht weiterlesen… 😀


Aber Muttermilchstuhl ist ja halb so schlimm. Wirklich. Eine gelbliche flüssige Pampe die etwas süßlich riecht… Ich hatte es mir schlimmer vorgestellt :D.
Also zurück zum Titel …
Wir sind dann Mal auf der Toilette!

Hä? Babys machen doch in Windeln. Oder? Ist Clara nicht erst 10 Wochen alt?
Klar machen Babys das. Aber nicht, weil sie es so wollen oder nicht anders können. Sondern eben weil man es ihnen „erlaubt“.
Gestern war der erste Tag, an dem Clara kein einziges großes Geschäft in ihrer Windel verrichtet hat. Ich freue mich sehr darüber.
Wir praktizieren „Teilzeit Windelfrei“. Der Name ist eigentlich total bescheuert und erklärt nicht wirklich das, was wir machen… Im englischen nennt sich das ganze Elimination Communication – Ausscheidungskommunikation.
Windeln trägt Clara trotzdem. Hauptsächlich Stoffwindeln (dazu schreibe ich noch einen Beitrag demnächst 🙂 ).
Also was ist diese Ausscheidungskommunikation jetzt genau? Ich achte auf Signale die mein Baby gibt. Alle Eltern kennen das. Das Baby macht einen bestimmten Gesichtsausdruck und man weiß „Oh, jetzt geht was in die Windel“. Wenn Clara beim Stillen unruhig wird und ständig loslässt weiß ich … Sie muss groß.
Also ab zum Wickeltisch. Hose aus. Body auf. Windel aus. Und ab ins Bad. Viele nehmen auch einfach Schüsseln oder einfache Unterlagen. Wir gehen zum Waschbecken. Dann halte ich Clara an den Oberschenkeln, ihr Rücken liegt an meinem Bauch an. In der Position fällt es leichter, loszulassen. Manchmal setze ich mich auch verkehrt rum auf die Toilette und halte sie über die Schüssel.
Das nennt sich dann „Abhalten“. Und in 90% der Fälle kommt entweder Urin oder Stuhl. Oft sogar beides. Dazu dann das passende Signalwort (hier heißt es einfach Pipi & Kacka), abwarten bis sie fertig ist, zurück zum Wickeltisch, sauber machen, neue Windel an und fertig.
Pipi geht bei uns immer noch viel in die Windel. Und das darf es auch, halb so schlimm. Ich habe die Anzeichen dafür noch nicht so richtig raus… Unterwegs und nachts halte ich nicht ab. Babys machen auch nicht im Schlaf sondern wenn sie nachts machen, dann in kurzen Wachphasen.


Seit etwa 2 Wochen mache ich das konsequent,  dass ich ihr bei jedem wickeln anbiete, sich zu erleichtern. Wenn sie es nicht möchte signalisiert sie auch deutlich dass sie nicht mehr mag und bekommt ihre Windel an. Und seitdem geht maximal 10% ihrer Babykacke (Mumistuhl ist der gängigere Ausdruck – aber mir gefällt Babykacke besser 😀 ) in die Windeln.
Bitte das ganze nicht mit irgendwelchem Töpfchen Training oder trocken werden Programmen in einen Topf schmeißen. Das hat damit nichts zu tun.
Sie fordert es auch richtig ein und wartet darauf, abgehalten zu werden für ihr großes Geschäft. Grade weil sie Stoffwindeln trägt ist das eine super Sache. Pipi macht einfach keine Flecken :D.
Das ganze ist hauptsächlich dafür da, das Baby besser zu verstehen und dafür zu sorgen, dass das Kind das Bewusstsein für seine Ausscheidungen nicht verliert. Das passiert meistens bei Windel Kindern. Dieses „ich habe ja eh eine Windel um, ist also egal wenn ich mache“ verfestigt sich dann natürlich und das Kind zeigt auch nicht mehr an. Deshalb wird empfohlen möglichst früh damit anzufangen. Da ich mit Clara ja zuhause bin und eh den ganzen Tag auf sie achte, kann ich es ihr auch anbieten.
Nach dem Aufstehen bin ich manchmal zu spät dran… :D. Aber das liegt dann daran, dass ich einfach nicht aus dem Bett gekommen bin ?.
Dann wird halt tagsüber abgehalten, wenn sie „Signale gibt“ (die sind von Baby zu Baby unterschiedlich. Aber man lernt mit der Zeit das Baby zu lesen. Hab ich auch nicht dran geglaubt 😀 ) und Abends vor dem Schlafen nochmal.
Viele Eltern kennen das bestimmt, dass junge Babys gerade dann lospinkeln, wenn man die Windel aufmacht. Das ist ein schönes Beispiel um zu zeigen, dass das Baby wirklich nicht in die Windel machen möchte, so von Natur aus.


Und Mal evolutionär gesehen… Es gäbe nur Probleme. Babys wurden in längst vergangenen Zeiten immer von ihren Eltern getragen. Würden die Babys einfach drauf los kacken, wäre ja der Träger – also meist die Mutter – beschmutzt und das würde zu Gefahren führen, weil durch diesen Geruch dann wahrscheinlich wilde Tiere angelockt würden (ich rede da jetzt von Steinzeit und co. Heutzutage wird man vor allem hierzulande nicht mehr sehr häufig von einem Raubtier überrascht).
Übrigens ist „Windelfrei“ in den meisten Teilen der Welt ganz normal. In Asien wird es weitestgehend durchgeführt. Und natürlich bei Naturvölkern. Aus oben genannten Gründen. (Laut Wikipedia leben 94% der Menschen in China Windelfrei)
Wer mehr dazu wissen will dem kann ich folgende Seiten empfehlen:
Babys ohne Windeln
Windelfrei – was steckt dahinter?  
Windelfrei – FAQs
Außerdem wird es in diesen Büchern hier ganz wundervoll behandelt:
artgerecht – Das andere Baby-Buch: Natürliche Bedürfnisse stillen. Gesunde Entwicklung fördern. Naturnah erziehen

Es geht auch ohne Windeln!: Der sanfte Weg zur natürlichen Babypflege

Windelfrei, gestillt und getragen: Ein Ratgeber für einen natürlichen Umgang ohne Windeln und Ersatznahrung

Pipi.Kacka

 
 


Ich habe ja jetzt hier nur „unsere Art und Weise“ aufgezeigt. Bin gespannt wie lange es so gut funktioniert. Und wann ich das mit dem Pipi auch in den Griff bekomme. Aber ich stresse mich da nicht und lasse es nur so nebenbei mitlaufen. Nachteile hat es jedenfalls keine soweit ich weiß ;). Also wer sich tiefer mit der Materie befassen möchte, der sollte sich mit obigen Links oder Büchern beschäftigen :). Das ist hier jetzt keine groß wissenschaftliche Anleitung meinerseits :D. Ich selbst habe bisher auch nur auf obigen Seiten gesurft und die genannten Bücher gelesen.
Ich fasse nochmal kurz die Vorteile die es für uns hat, zusammen:

  • Stoffwindeln bleiben sauber -> weniger „eklig“ bei der Windelwäsche
  • Der Po bleibt sauber und wird nicht wund
  • Es bilden sich schwieriger Pilze oder ähnliches, wenn das „Milieu“ trocken bleibt
  • Man muss keine abgetrocknete Babykacke vom Popo kratzen
  • Man lernt sein Baby zu lesen und weiß wann es was will
  • Das Baby verliert das Gefühl für seine Ausscheidungen nicht
  • Das führt (oft – nicht immer) dazu, dass das Kind früher trocken wird
  • Das wiederum bedeutet weniger Wickelaufwand auf lange Sicht.
  • Es ist billiger. Punkt.

Also aus Erfahrungen anderer weiß ich, dass viele „Windelfrei“ Babys sehr früh angefangen haben selbstständig zuverlässig anzuzeigen, wann sie zur Toilette müssen. Das erhoffe ich mir auch dadurch. Jetzt im Baby Alter ist es natürlich etwas aufwändiger sein Baby ständig zu beobachten, als es einfach in die Windel machen zu lassen. Aber ich denke wenn man da aufmerksam ist, hat man im Endeffekt weitaus weniger Arbeit.
Ihr könnt ja Mal die Links oben anklicken und euch weiter rein lesen. Ich bin kein Profi und davon auch noch weit weit weg :D. Aber ich erwähne auch hier nochmal, dass das wirklich nichts mit Sauberkeitserziehung oder Töpfchen Training zu tun hat. Das wird leider sehr oft vermutet. Aber nein. Es ist nur auf das Bedürfnis des Babys, sich erleichtern zu wollen, einzugehen 🙂


Der Freund findet die Sache übrigens noch recht befremdlich. Babys machen halt in Windeln. Als ich von meinen ersten Erfolgen berichtete („Clara hat heute ins Waschbecken Pipi gemacht!“), bestand er auf Zufall oder Wunschdenken meinerseits. Seit er sieht, dass sie wirklich immer dankend annimmt abgehalten zu werden und wirklich Pipi &Kacka macht, und auch darauf wartet, empfindet er es aber doch schon als gute Sache. Er traut sich zwar noch nicht so richtig sie abzuhalten, will es aber demnächst Mal versuchen.
Vielleicht habe ich ja jetzt bei einigen auch Interesse geweckt sich Mal näher damit zu befassen :).
Beim nächsten Mal schreibe ich dann Mal etwas über unsere Stoffwindeln. Ich habe ja schon von einigen Lesern gehört, dass sie sich das wünschen 🙂
Küsschen – Mi & Clara ?