Ich will!

Diesen Text hat Sylvie Karen heute in der unerzogen Gruppe zur Begrüßung der neuen Mitglieder geteilt und erlaubt, den hier zu teilen.

Das ist so ziemlich das wertvollste, was ich in letzter Zeit gelesen habe. Und so so so so wichtig!

Liebe unerzogenen,

letzte Woche, nachdem ich in einem Kindergarten zum Thema Autonomiephase gesprochen hatte, und wir eine interessante Gesprächsrunde mit den anwesenden Eltern im Anschluss hatten, ist aufgrund eines beiläufigen Kommentars von mir zum Thema „ich will“ eine Diskussion entstanden, ob ich das wirklich ernst meine, dass Kinder sagen sollten „ich will“ anstatt „ich möchte bitte“. Einige Eltern wirkten ernsthaft entsetzt, insbesondere nach meiner flappsigen Antwort „Auf jeden Fall!“.

Und dann sprachen wir über Höflichkeitsfloskeln, und Respekt, und Wünsche, Bitten und den eigenen Willen. Und uns allen wurde klar – in dieser einen Phrase stecken alle Themen irgendwie drin. Und ganz viele Ängste.

Es grassiert so eine diffuse Angst in der Elternschaft, dass Kinder, die sagen können, was sie wollen, als unhöflich und respektlos abgestempelt werden. Dabei sind das völlig unterschiedliche Themenbereiche. Uns allen täte es gut, hätten wir Klarheit in unseren Wünschen und Bedürfnissen, und hätten wir Klarheit in unserer Sprache über unsere Wünsche und Bedürfnisse. Wir schleichen ums Thema drumrum, drücken uns gewählt aus in der Angst, den anderen vor den Kopf zu stoßen – und hoffen aber doch, der andere möge uns verstehen. Häufig hoffen wir nicht nur – wir erwarten das auch. Und wenn es nicht passiert, sind wir enttäuscht, verletzt, gekränkt – und geben dem anderen dafür die Schuld.

Wenn wir hier diskutieren, dann plädieren wir immer wieder für klare Sprache und klare Botschaften. Wenn ich als Mutter oder Vater etwas WILL, und dieser Wille alternativlos ist – dann kann und sollte ich dies auch genauso kommunizieren. Und wenn mein Kind seinen Willen ebenso deutlich kommuniziert, dann muss ich damit klar kommen, darauf eingehen, Lösungen finden und manchmal vielleicht auch genauso klar kommunizieren, dass es nicht möglich ist, aus welchen Gründen auch immer.

Ausdrücken zu können, was ich will, beinhaltet nicht, sich respektlos gegenüber anderen zu verhalten. Die eigenen Grenzen deutlich zu machen, sich selbst ernst zu nehmen und zu den eigenen Bedürfnissen zu stehen, bedeutet nicht, sich wie die Axt im Walde zu benehmen. Auch das ist ein Thema für uns als Eltern. Wie können wir lernen, klar und deutlich zu kommunizieren, unsere Grenzen offen zu machen und einzuhalten, und dabei respektvoll zu bleiben? Ein ewiges Lernfeld, an dem es sich lohnt, dran zu bleiben.

Kinder brauchen Grenzen – dieser überstrapazierte Satz ist wahr. Und zwar in dem Sinne, dass sie ein Gegenüber brauchen, was Grenzen erkennt und anerkennt und gleichzeitig eigene Grenzen kommuniziert und für deren Einhaltung sorgt.


Danke an Sylvie für diese wunderbaren Worte. Und in so einem kurzen Text so treffend gesagt.

Nehmt es euch zu Herzen 💜.

Mi

Affenzahn Winterstiefel

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Markennennung – selbstgekauft – kein Sponsoring


Wir haben uns die Affenzahn Winterstiefel – Modell Karla Koala – zugelegt. (Daniel Dinosaurier sind baugleich, haben aber andere Farben. Die anderen Affenzahn Winter Modelle sind aufgrund von Wolle und/oder Leder nicht vegan!)

Kaufen kann man sie unter anderem hier: Klick (affiliate Link)

Erstmal zu den Fakten:

  • Es gibt sie in den Größen 21-32.
  • Der UVP liegt bei 89,90€ (Ich habe sie jetzt aber schon bis 59,90€ reduziert gesehen – und mich geärgert 🙃)
  • 2,5mm Anti Rutsch Sohle
  • 3mm Profil
  • Keine Dämpfung, keine Sprengung
  • Das Obermaterial ist aus recyceltem PET und Mikrofaser.
  • Innen ist ein atmungsaktives Polyesterplüsch.
  • Wasserdichte Membran
  • Reflektoren umlaufend
  • Vegan
  • Affenzahn ist Mitglied der fair wear foundation

Sie stehen hier zwar schon seit Anfang September, intensiver getragen wurden sie jetzt in den letzten 3 Wochen.

Meine wichtigsten Kriterien für Winterschuhe sind, dass sie warm halten, wasserdicht sind, barfußähnliche Sohle haben und vegan sind.

Das alles versprechen die Affenzahn Stiefel. Und bisher halten sie es auch alles.

Bisher wurden sie bei Temperaturen bis 0 Grad getestet. Die Füße waren immer warm. Getragen wurden sie mit ganz normalen Socken (Mischgewebe).

Wasserfest sind die Schuhe absolut. Sie wurden in Matsche und Pfützen ausgiebig getestet und es kam nirgends etwas durch. Für Schnee bin ich deshalb absolut optimistisch – werde ein Update hinzufügen, sobald wir Schnee hatten.

Die 4 Stunden Waldkindergarten überstehen sie problemlos. Füße sind und bleiben warm. Mein Kind friert nicht und hat trockene Füße. Das wichtigste passt also.

Der Schaft des Stiefels ist etwas steif um den Knöchel herum. Das gibt einerseits Halt, andererseits haben wir da eigentlich keinen Bedarf zu. Mehr Bewegungsfreiheit am Knöchel fände ich besser.

Es wird häufig gesagt, sie wären schmal. Das empfinde ich nicht so. Vielleicht habe ich noch keine richtig breiten Schuhe in der Hand gehabt, aber neben unseren kiuu und Baby bogs sind sie nicht schmaler. Aber das muss man dann individuell schauen, ob es ans Kind passt.

Zur Sohle. Ich habe jetzt schon sehr häufig Beschwerden über die vermeintlich harte Sohle gelesen. Diese kann ich absolut nicht bestätigen.

Ja, die Sohle ist natürlich etwas fester. Am Anfang sowieso. Nach 2 Wochen Tragen ist sie genauso biegsam wie die unserer baby bogs und kiuu Winterstiefel. Es ist ein Winterstiefel mit Gummisohle, noch dazu mit rutschfestem Profil. Der kann eben nicht so flexibel sein, wie eine Stoffsohle Affenzahn bezeichnet ihn nicht als Barfußschuh, er erfüllt aber die meisten Kriterien.

Die Sohle ist dünn, flexibel, es gibt keine Sprengung und keine Dämpfung. Das aufgebrachte Profil bringt noch etwas „Härte“ mit sich. Einzig die Zehenbox ist etwas kleiner als die bei Barfußschuhen sein sollte.

Mit Gewicht und einem warmen Fuß im Schuh ist die Flexibilität natürlich auch eine andere, als wenn man den Schuh so in der Hand hat. Das sollte man im Hinterkopf behalten.

Außerdem wird der Schuh ja nicht Tag und Nacht getragen und die meisten Kinder sind bei kaltem Wetter nicht 8-12 Stunden täglich draußen in Winterstiefeln unterwegs. Ich kann mit der Sohle gut leben.

Ich habe die Stiefel jetzt immer sauber gebürstet und auch schon bei 30°C in die Waschmaschine geschmissen (Affenzahn empfiehlt die NICHT!). Der helle Stoff ist natürlich etwas empfindlich bei Matsch, aber sie sollen ja warm bleiben – und nicht weiß. Das Mikrofaser und das Polyesterfutter sind etwas fusselig geworden, ich beobachte es weiterhin.

Im Großen und Ganzen bin ich – und was viel wichtiger ist, das Kind auch – sehr zufrieden mit den Stiefeln.

Preis-Leistung passt.

Ja, man muss definitiv ein paar Kompromisse eingehen. Aber keine, die ich nicht guten Gewissens hinnehmen kann.

(Ich werde diesen Artikel erweitern, wenn andere Wetterlagen – Eis und Schnee – ausgiebig getestet wurden)

Wenn ihr noch Fragen habt – gern in die Kommentare!

Eure Mi

Wochenplan KW 49

Das Jahr neigt sich dem Ende zu… 
Hier der neue Wochenplan!

Montag: gebratene Nudeln & Salat
Dienstag: Minestrone
Mittwoch & Donnerstag: Sauerkraut mit Kartoffeln
Freitag: Ungarische Reispfanne 
Samstag: Grüne Bohnen mit lila Rosmarin-Kartoffeln
Sonntag: Nudeln mit Spinat

Wochenpläne und Co. – ein Update

Wie ihr wahrscheinlich mitbekommen habt, Schlafen die Wochenpläne momentan. Das hat mehrere Gründe. Der Hauptgrund ist, dass dieses Baby flink ist und ich den ganzen Tag hinterher laufe… ?.

Deshalb komme ich momentan nicht recht zum Schreiben. Schon gar nicht, wenn ich mich an Daten halten muss. Es kommt dann wieder dies und das dazwischen, was ich dann erledigen muss, was definitiv vor geht.
Eigentlich habe ich mehrere Stunden pro Woche für meine „Arbeit“ hier eingeplant. An der Umsetzung hapert es dann allerdings wieder.
Aaaaber ich möchte das mit den Wochenplänen nicht komplett auf Eis legen und habe mir daher überlegt, jeden Montag nur ein Bild unseres Wochenplans für die nächste Woche zu posten. Dann fällt das ganze Blabla drumherum weg. Kostet mich also wenig Zeit und ihr bekommt Inspiration. Wir schreiben unseren Plan ja eh jeden Sonntag, dann ist ein kurzer Post dazu schnell gemacht.
Wenn es Rezepte gibt, versuche ich die dazu zu packen. Wenn Interesse an einem Rezept besteht, dann könnt ihr mir das auch gerne in die Kommentare schreiben. Ich gebe mir dann Mühe das aufzuschreiben. 
Morgen also der Plan. Und dann hoffe ich, im November Mal ein paar Beiträge fertig schreiben zu können. Dann hat der Freund nämlich Urlaub und ich komm vielleicht Mal zum Arbeiten.
 Hier stehen noch ein paar Entwürfe an, die ihren letzten Schliff brauchen. Ich habe da noch ziemlich viel über BLW, Familienbett, unserer neuen Tragehilfe und Stoffwindeln in der Warteschlange. Außerdem wird es noch 2 neue Kategorien geben. 
Lasst euch überraschen.
Küsschen – Mi ?

10 Punkte, warum es für mich wunderbar ist, zu Stillen 

Ich stille jetzt seit über 10 Monaten. Das ist für viele schon „zu lange“. viele andere wiederum, können viel längeres Stillen „vorweisen“. 
Wie lange wir noch stillen, kann ich nicht sagen. Allerdings kann ich schon erzählen, was am Stillen für mich so wunderbar ist.
Ich hatte viele Startschwierigkeiten und aufgrund meiner rheumatischen Erkrankung habe ich immer noch keinen Tag, an dem mir das Stillen nicht körperlich schmerzt. Manchmal zum Glück nur ein wenig. An anderen Tagen mehr. Warum ich das trotzdem gerne mitmache, habe ich hier jetzt aufgelistet. 

1. Stillen verbindet Mutter und Kind. 
Körperlich und psychisch. Es klebt beim Stillen ja schließlich an einem. Ich mag das. Das ist so viel besser, als nur zu kuscheln.
2. Das Kind wird durch den Körper der Mutter versorgt.
Ich bin stolz auf mich und meinen Körper. Die ersten Monate in denen mein Kind noch nichts gegessen hat, war einzig und allein ich – bzw mein Körper – dafür verantwortlich, dass mein Kind gesund und munter ist. Das gibt mir ein unglaubliches Gefühl. 
3. Stillen ist Liebe.
Wenn ich meinem Baby beim Stillen in die Augen schaue oder über die Wange streichel platze ich beinahe vor Glück und bedingungsloser Liebe.
4. Stillen ist unfassbar praktisch
Man muss nichts mitschleppen. Brüste raus und fertig. Die sind on Board. Serienmäßig. Ich habe alles was ich zum Stillen brauche, immer dabei. Nachts kommt hinzu, dass man nicht aufstehen muss. Praktisch eben.

5. Stillen ist günstig

Es kostet keinen Cent. Das Kind wird satt oder stillt seinen Durst. Und zwar ganz gratis. Wenn ich im Drogeriemarkt an dem „Kindermilch“ Regal vorbei gehe wird mir ganz schwindelig. 
6. Stillen entspannt
Beim Stillen wird bei der Mutter Prolaktin ausgeschüttet. Das ist ein Hormon und eben dieses ist dafür verantwortlich, dass man gelassener ist. 
7. Stillen ist gesund! Für die Mutter…
Stillen senkt das Risiko der Mutter für Brust- und Eierstockkrebs sowie für Osteoporoseerkrankungen. Außerdem senkt Stillen das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, Diabetes Typ II und Übergewicht.
8. und das Kind!
Die Muttermilch ist voller Antikörper und es wurde in mehreren Studien bewiesen, dass langes Stillen das Allergie und Asthmarisiko gering hält.  Laut Untersuchungen vom St. George Krankenhaus in Tooting weisen Stillbabys gesündere Herzen und niedrigere Cholesterinwerte auf, wenn sie dann erwachsen sind. Da die Muttermilch keine Saccharose enthält, haben Stillbabys außerdem seltener Karies.
9. Stillen erhöht den Grundumsatz. 
Ja okay. Wirklich wichtig ist der Punkt nicht… Aber ich habe nach der Schwangerschaft so viel abgenommen. Das ist höchstwahrscheinlich darauf zurück zu führen, dass der Körper mehr Kalorien verbraucht. Es ist ein netter Nebeneffekt.
10. Stillen festigt die Bindung
Beim Stillen wird das Glückshormon Oxytocin freigesetzt. Das stärkt die emotionale Bindung zwischen Mutter und Kind. Schon der Geruch von Muttermilch sorgt für Entspannung beim Baby.
……

Ich beziehe mich hier auf mich. Und mein Baby. Und unsere Stillbeziehung. Das ist alles nicht allgemein gültig und jeder darf und soll es handhaben wie er es für sich für richtig hält. 

KW 36… Kürbiszeit!

Es gibt wieder überall Kürbis… Also gab es diese Woche eben gleich 3 Mal Kürbis ?.
Außerdem habe ich diese Woche ein leckeres Chili-Hirse Vollkornbrot für unser Frühstück gebacken.
Samstag waren wir auf der Veggie World in Düsseldorf und haben uns danach noch veganen Döner besorgt. Hin und wieder muss das auch Mal sein ?.

Der Plan der Woche

(Das Rezept -sofern es eins gibt- findet ihr, wenn ihr aufs Gericht klickt)

Montag: Flammkuchen für die Großen, Vollkornnudeln für die Kleine

  • Wir haben Räuchertofu, Zwiebeln und Creme Vega auf fertige Flammkuchenböden gepackt
  • Da das alles nicht so babytauglich ist, hatten wir Clara am Vortag schon eingefrorene Baby Bolognese zum auftauen raus gestellt

Dienstag: Broccoli mit  gebackenem Knoblauch-Orangentofu auf Reis

  • Den Tofu habe ich mittags schon in die Marinade gelegt und abends gebacken
  • Dem Freund hat’s nicht so gut geschmeckt, ich fand’s mega gut ?
  • Rezept hab ich von hier: Klick

Mittwoch: Salat & Weizensteak

  • Es gab einen großen Salat aus Resten und die Reste vom Grillen am Sonntag dazu
  • Vom Flammkuchen war noch Rucola übrig

Donnerstag & Freitag: Kürbisgulasch

  • Donnerstag auf Hirse
  • Freitag auf Nudeln
  • Freitag gab es noch einen großen Salat mit Thousand Island Dressing <Klick> dazu
  • Das Kürbisgulasch war mit Hokkaido, Möhren und Kartoffeln

Samstag: Nudeln mit kaltem Tomatensalat

  • Okay. Und Mittags der Döner ?
  • Nudeln waren noch von Freitag übrig
  • Das Rezept ist aus der Sendung „kochen mit Martina und Moritz“ im wdr und hier zu finden: Klick

Sonntag: Kichererbsenschnitzel mit Kürbisgemüse

 
Küsschen Mi ?

Reboarder? – Unnötiger Quatsch!

So oder so ähnlich bekommt man es meist zu hören, wenn anderen unser Reboarder ins Auge fällt. 
Hier möchte ich euch jetzt erzählen warum wir für Clara einen Reboarder haben, die gängigen Vorurteile entkräften und euch erzählen, wie man am besten an einen passenden Reboarder kommt.

Unser Sitz ist ein Axkid Minikid (affiliate Link) in schwarz, mit lila Schonbezug.
Fangen wir mit den Vorurteilen bzw ständigen Gegenargumenten an:

Reboarder sind neumodischer Quatsch!

Nö! Reboarder gibt es bereits seit den 70er Jahren. Vor allem in Skandinavien.

Wir haben auch ohne Reboarder überlebt!

Ja. Haben wir. Aber die, die nicht überlebt haben, können sich schlecht zu Wort melden.

Reboarder sind viel zu teuer!

Kommt schon. Ein Reboarder ist für die Sicherheit des Kindes. Kann es da zu teuer sein? Die meisten Eltern haben heutzutage das neuste und beste Smartphone, ein teures Auto und kaufen sich den 3. teuren Buggy für 500€ aufwärts, weil einem die Farbe nicht mehr gefällt. Aber am Kindersitz wird gespart… 
Klar. Ein Reboarder ist nicht billig. Man muss schon mit 400-600€ rechnen. Aber dass das Kind irgendwann aus der Babyschale raus wächst, weiß man ja nun Mal nicht erst dann, wenn es zu spät ist. Man kann also monatlich sicher etwas vom Kindergeld zur Seite legen, bis es dann so weit ist. Omas und Co bitten auf teure Geschenke zu verzichten und etwas dazu zu tun. Und im Zweifel kann man einen Reboarder auch finanzieren lassen. Außerdem findet man auch gute gebrauchte Reboarder für den schmaleren Geldbeutel. 

Dem armen Kind wird doch schlecht, wenn es rückwärts fahren muss.

Sagen mir immer wieder Leute, die mein Baby rückwärts fahren sehen.
Das Baby ist vor dem Reboarder in einer Babyschale gefahren. Rückwärts. Warum dann plötzlich Übelkeit auftreten sollte ist mir ein Rätsel. Wenn dem Kind im Reboarder schlecht wird, dann war das auch schon in der Babyschale so. 
Also es gibt durchaus Kinder, denen beim rückwärts fahren schlecht wird. Bei vielen verbessert die Situation sich sogar im Reboarder. Wenn nicht, und vorwärts fahren die einzige Möglichkeit ist, die Situation fürs Kind zu verbessern, ist es natürlich absolut legitim, wenn man sein Kind vorwärts fahren lässt. 
Nur dieses Argument kommt leider oft von Leuten, die sich noch nie mit dem Thema befasst haben. Da heißt es pauschal „dem Kind wird schlecht“, ohne sich jemals darüber Gedanken gemacht zu haben, dass die Babyschale ja auch rückwärts ist.

Wo sollen denn die Beine hin?

Die finden da Platz, wo Platz ist. Die Füße können abgelegt werden. Probiert es selbst Mal aus. Es ist nach kurzer Zeit sehr unbequem, wenn die Beine einfach runter baumeln. Ich als Zwerg kenne das. Füße abstellen ist einfach bequemer. Gerade für lange Strecken ein Vorteil.

Das Kind sieht nichts!

Ähm. Doch. Es kann – genau wie wenn es vorwärts fährt – aus dem Seitenfenster gucken. Beim Reboarder fahren gibt es sogar noch einen Bonus Blick aus der Heckscheibe. Vorwärts wäre da nur die Rückenlehne des Vordersitzes. 

Wir haben ja nicht vor einen Unfall zu haben, was soll ich da mit einem so teuren Sitz.

Ähm. Ja. Vor hat das sicherlich niemand. Aber ich hab das Gefühl die Situation im Straßenverkehr wird immer schlimmer. Ob das damit zusammen hängt, dass die Menschen immer älter werden, will ich nicht behaupten, könnte ich mir aber vorstellen. Und natürlich, dass die meisten Menschen einfach unter Dauerstress stehen. Hauptsache schnell. 
Und in so einem Straßenverkehr möchte ich mich nicht darauf verlassen wollen, dass „schon nix passiert“. Wenn was passiert, möchte ich den besten Schutz für mein Kind.

Kann man den denn dann umdrehen? Ich kaufe nur einen Sitz, den ich umdrehen kann, wenn das Kind 1 ist!

Ja. Es gibt welche, die man umdrehen kann. Nein, es ist nicht sinnvoll. Selbst wenn man euren Sitz auch vorwärts nutzen kann, nutzt ihn so lange es geht rückwärts. 

Der Reboarder hat im ADAC Test schlechter abgeschnitten als der Vorwärtssitz

Das liegt daran, dass der ADAC auch den Einbau bewertet. Der Einbau ist bei den meisten Reboardern wirklich etwas aufwändiger und fehleranfälliger, als bei anderen Sitzen. Deshalb sollte man sich den Einbau beim Fachhändler zeigen lassen. Die anderen Test Kategorien zeigen dann aber, dass es rückwärts sicherer ist.
Aussagekräftiger ist hier auch der schwedische Plus Test. Mehr dazu hier: Klick

Wären Vorwärtssitze gefährlich, dürfte man sie nicht verkaufen und waren längst verboten.

Genau. Wie wir ja alle Wissen, wird nur verkauft, was gesund und ungefährlich ist… Wie Zigaretten, Alkohol, Fast Food, Waffen usw ?. 
Und alle Vorwärtssitze sind ja auch nicht direkt „gefährlich“. Aber eben nicht so sicher, wie Rückwärtssitze.
Allerdings gibt es im Handel auch mehr als genug Sitze, die durch sämtliche Crashtests gefallen sind. Erlaubt sind sie trotzdem. Solche sind dann natürlich definitiv gefährlich. 

Unser Auto hat kein Isofix. Da gibt’s keine Reboarder.

Das wurde mir auch schon erzählt. Im „Babyfachmarkt“. Aber es ist einfach falsch. Wir haben in unserem Auto mit Baujahr 1994 natürlich auch kein Isofix. Auch nicht nachrüstbar. Dafür aber einen Reboarder, der mit dem Gurt des Autos und Spanngurten befestigt wird. Reboarder die gegurtet werden haben sogar meistens eine längere Nutzungsdauer. Der Großteil der Isofix Reboarder darf nur bis 18kg genutzt werden. Unser gegurteter Minikid bis 25kg. 
Das liegt am Isofix – nicht am Sitz, da Isofix nur bis zu bestimmten Gewichten zugelassen ist.
……
Seht ihr? Die Vorurteile sind nicht wenige. Aber weitestgehend Unsinn. 
Reboarder sind sicherer, weil Kinder unter 4 Jahren ihren Kopf noch nicht ausreichend kontrollieren können und somit häufiger Genickbruch die Folge eines schweren Unfalls sein kann. 
Rückwärts fahren ist 5 Mal sicherer, als Vorwärts.
Da haben aber viele andere schlaue Menschen schon viel zu geschrieben. Physikalisch erklärt und so weiter. Deshalb spare ich mir jetzt mein Laiengerede und verlinke euch ein paar Begründungen von Profis:

      Wie gehe ich beim Reboarderkauf vor?
      Fahrt zum Fachhändler! Wirklich. Nicht in den Babymarkt. Auch wenn ihr eine etwas weitere Anreise habt. Das ist wahrscheinlich immer noch günstiger, als auf gut Glück einen Sitz zu bestellen, in dem euer Kind katastrophal sitzt.
      Im Fachhandel wird geschaut, dass der Sitz zu Kind und Auto passt. Das ist beides sehr wichtig. Und dort wird man dann auch den passenden Sitz für euer Auto und euer Kind finden. Garantiert.
      Fachhändler sind beispielsweise die Zwergperten und auch die Kindersitzprofis. Aber auch andere. Am besten schaut ihr auf die Karte, was bei euch in der Nähe ist.
      Reboarder-Karte des Reboard-kindersitze e.V.  Die findet ihr hier: Klick
      Weitere Infos zum Thema Reboarder gibt’s auf der Seite des Vereins: Klick
      Habt ihr auch schon negative Kommentare zu hören bekommen, weil ihr einen Reboarder habt? 
      Danke auch an die Facebookgruppe zum Thema Reboarder. Ihr habt mich gut unterstützt beim Sammeln der Vorurteile. In dieser Gruppe wird man auch bei der Suche nach einem Reboarder gut beraten. Ersetzt aber nicht die Fahrt zum Fachhändler. Zur Gruppe geht’s hier entlang: Klick.
      Macht euch ’n schönen Tag. Und immer schön rückwärts fahren ?.
      Eure Mi 

      KW 34 – viel essen, wenig Zeit

      Wir hatten eine ziemlich volle Woche. Deshalb heute nur wenig Blabla und direkt zum wesentlichen ?

      Hier also heute der nächste Wochenplan!
      In der Oberkategorie findet ihr ein paar grundsätzliche Infos zu meinen Wochenplänen. Dann muss ich mich nicht immer wiederholen ?

      Der Plan der Woche

      (Das Rezept -sofern es eins gibt- findet ihr, wenn ihr aufs Gericht klickt)

      Montag: Couscous Salat mit gegrillter Zucchini

      • Im Couscous Salat habe ich das Gemüse was noch aus der letzten Woche übrig war verarbeitet
      • Die Zucchini waren auch noch übrig und wurden im Backofen gegrillt
      • Vollkorn Couscous habe ich immer Zuhause

      DienstagPizza

      • Der Teig ist aus Dinkelvollkornmehl & frischer Hefe
      • Für die Soße haben wir einfach stückige Tomaten mit Gewürzen gemischt
      • Belegt mit dem, was noch so da war

      Mittwoch & Donnerstag: Möhrengemüse mit Räuchertofu

      • Aus 2kg Kartoffeln und 1,5kg Möhren
      • Hat für 2 Tage gereicht
      • Wir konnten sogar noch etwas einfrieren

      Freitag: Maultaschen in Zwiebelsuppe mit Brot und Salat

      • Die Maultaschen waren aus der Lidl Aktion letzte Woche
      • Das Baby hat nur eine halbe Maultasche bekommen, da sie recht viel Salz enthalten
      • Damit das Baby auch etwas von der Suppe essen kann, haben wir ihr frisch gebackenes Brot mit der Suppe „vollgesaugt“

      SamstagRouladen mit Kartoffeln und Rotkohl

      • Eigentlich kocht Samstags ja der Freund. Aus organisatorischen Gründen haben wir das diese Woche auf Sonntag verschoben.
      • Für das Gericht hatte ich so gut wie alles Zuhause
      • Soja Big Steaks kaufe ich immer im großen Sparpaket
      • Den Rotkohl habe ich frisch gekauft und mit der Moulinette geschreddert

      Sonntag: Rote Bete Buletten mit Nudelsalat

      • Gekocht vom Liebsten

      Alles natürlich – wie immer – in der Baby freundlichen Version gekocht.
      Küsschen Mi ?

      Au revoir liebes Haar

      Jetzt wirds haarig (Hahahaarig um genau zu sein. Okay. Ich höre schon auf mit den schlechten Witzen)!
      Es ist an der Zeit sich zu verabschieden…. Wochenlang habe ich gedacht ich bleibe vom gefürchteten „Haarausfall nach der Geburt“ verschont. Seit ein paar Tagen weiß ich, dass dem nicht so ist. 
      Die ganze Schwangerschaft über war das schon das schlimmste für mich, was nach der Geburt passieren wird. „Dir fallen alle Haare aus“ – „ich hatte richtig lichte Stellen“ – „man steht vorm Spiegel, greift sich in die Haare und weint“ waren nur ein paar der Aussagen die ich dazu gehört habe. 
      In der Schwangerschaft hatte ich tolle Haare. Das liegt daran, dass die obligatorischen 100 Haare die man am Tag verliert, nicht verloren werden solange man schwanger ist. Klar. Hin und wieder verliert man Mal ein paar. Aber in der Regel bleibt 9 Monate alles dran am Kopf. Und nach der Schwangerschaft fällt dieser Überschuss eben wieder aus. Und durch die Hormonveränderung kommen noch ein paar dazu.
      Jetzt sind ja nun Mal schon 11,5 Wochen um, seit Claras Geburt. Vor einer Woche habe ich noch den Witz gemacht, dass es diesen Haarausfall nach der Geburt nicht gibt, sondern alle so viele Haare verlieren, weil die Babys sie alle raus ziehen. Clara hält sich nämlich liebend gerne an meinen fest und zieht dran. 
      Und seit ein paar Tagen ist hier alles voll. Das Kind, die Möbel. Alles. Beim Bürsten habe ich danach gefühlt mehr Haare in der Bürste als auf dem Kopf…. 
      Jetzt habe ich das Glück sehr dicke bzw viele Haare zu haben. Deshalb fällt der Verlust nicht sonderlich ins Gewicht. Aber es ist schon spürbar dünner, wenn ich einen Zopf mache.
      Ich flechte mir jetzt neuerdings immer einen Zopf in der Hoffnung, dass dann weniger ausfallen.. zumindest kann ich es mir so besser einreden :D.
      Vom Freund am Wickeltisch höre ich immer nur „Wie kommen denn Mamas Haare in deine Windel/Socken/Hose/Mütze/Body (beliebig erweiterbar)?“. 
      Ob die Phase lange anhält? Ich hoffe nicht. Ich bin es Leid, immer das Baby von meinen Haaren zu befreien :p. Reicht ja schon, dass der Hund hier seit Jahren mit seinem Haarausfall einen Haarteppich kreiert. Da müssen nicht noch meine dazwischen liegen.
      Traurige Grüße
      Mipunzel 

      Trageberatung – lohnt sich das?

      Als ich euch beim letzten Mal erzählt habe warum ich mein Baby Trage und nicht schiebe (wenn ihr es nicht gelesen habt, hier entlang:Klick ) , habe ich ja von „Trageberatung“ erzählt. Wir hatten unsere letzte Woche.

      Im Idealfall macht man die Beratung vor dem Kauf von Trage und Tuch – wenn man nicht so sensibel mit Farben ist wie ich und deshalb schon mal nach Aussehen von Tuch und Trage einkauft… ?.

      Bei Tüchern gibt es super viele Unterschiede. Nicht jedes Tuch passt jedem. Die Länge ist wichtig. Usw. Unseres ist 4,6m – heißt dann Größe 6.

      Ich habe mich deshalb in Facebook Gruppen und bei befreundeten Tragemamas vorher gut erkundigt. Also ganz blind gekauft haben wir dann doch nicht :).
      Da das Einstellen der Trage aber wegen gefühlt 50 verschiedenen Bändern, Schnallen und co erstmal nur auf gut Glück geschah. Und ich beim Binden des Tragetuches auch nicht wirklich sicher war, wollte ich es doch nochmal mit Profi machen.
      Erst dachte ich ja, hier in der Gegend gibt es bestimmt niemanden der für sowas ausgebildet ist. Dann habe ich aber die liebe Anja mit ihrer Trageberatung Niederberg online gefunden. Über E-Mails war dann schnell und unproblematisch der Termin ausgemacht. Ihre Seite verlinke ich an dieser Stelle Mal. Es lesen ja auch viele aus meiner näheren Umgebung den Blog und ziehen vielleicht auch in Betracht richtig zu tragen: Klick

      Welche Tragen ihr bei ihr ausprobieren könnt, steht auf ihrer Seite.
      Also kam Anja letzte Woche Samstag zu uns nach Hause. Beladen mit 2 großen Taschen voll Tragen, Tüchern und… Babys. Ja gut. Es waren Tragepuppen. Ganz schön schwer, aber es soll ja realistisch sein.
      Also hat der Freund angefangen mit der Trage. Er ist bis heute Tuchverweigerer. Na gut. Als erstes hat er mal unsere Einstellung gelöst, die sich als nicht wirklich optimal herausgestellt hat. Wir schämen uns ein bisschen :D. Und dann erstmal mit dem Sandgefülltem Baby geübt. Zuletzt dann nochmal mit Clara. Sie hat sich nicht gewehrt und sitzt jetzt vernünftig drinnen ;).
      Dann zu mir. Zuhause trage ich ja vornehmlich im Tuch, weil es einfach bequemer ist als die Trage mit ihren Gurten und Schnallen. Also erstmal an die sogenannte WXT. Die Wickelkreuztrageweise. Für frische Babys geeignet und mit der Länge meines Tuches gut zu binden. Wieder erst mit Puppe. Dann mit Clara. Die langsam knatschig wurde.
      Anja hat mir dann noch die Rückentrageweise einfacher Rucksack gezeigt. Ich war ja bis dahin immer der Meinung, dass Babys erst ab Sitzalter auf den Rücken dürfen. Hatte mich geirrt :). In der Trage gilt das wohl, aber im Tuch geht dann schon von Anfang an.
      Die Känguru bindeweise haben wir dann noch geübt. Die ist auch für so kleine Babys geeignet. Das allerdings ohne Knatschclara, die langsam Hunger bekam ?.

      Alles in allem hat es sich total gelohnt. Ich weiß jetzt wo ich was einstellen muss. Bekomme das Tuch straff und vernünftig gebunden und wir binden sie seitdem immer Mal wieder auf den Rücken. Da kann sie toll durch die Gegend schauen, bevor sie dann einschläft, weil es so schön schaukelt ?.

      Natürlich hatten wir uns zig Anleitungen und YouTube Videos zum binden und einstellen angeschaut. Das ist aber definitiv kein Ersatz zur Beratung mit Profi. Hab ich ja gemerkt ?. Man kann es sich natürlich bestimmt auch alles selbst aneignen. Aber so eine helfende Hand ist glaube ich nie schlecht.

      Zum Schluss hat Anja dann noch angeboten ihr gerne zu schreiben, oder Bilder etc zu senden wenn Probleme auftauchen :). Und wenn Clara etwas größer ist und viele andere Bindeweisen möglich sind, werde ich mir eine Stunde mit Anja wohl nochmal gönnen, um nicht wieder halb zu verzweifeln :D.

      Also kurzes Fazit zum Schluss: Ja, es lohnt! Und erspart definitiv Frust und grobe Fehler, die man einfach selbst nicht so wahrnimmt :).
      Und hier noch ein Bild von meinem ersten Mal „richtig“ tragen auf dem Rücken. Mit tibetanischem Finish (das ist das da über der Brust :D. Man kann natürlich auch einfach einen Knoten um den Bauch machen). Zensiert weil ich echt schlimm aussah 😀
      Ich habe doch bestimmt auch Tragemamas unter meinen Lesern. Habt ihr auch eine Beratung gemacht oder learning by doing?

      Schreibt mir doch mal in die Kommentare

      Küsschen, Mi ?